Reise

"Brot und Spiele" in Trier Römer kommen zurück

Mit Glanz und Gloria kehren die Römer in die älteste deutsche Stadt Trier zurück: Beim Römerfest "Brot und Spiele" vom 13. bis 15. August lassen sie in römischen Stätten antikes Leben neu aufleben.

2skt0030.jpg6566988615606029200.jpg

Gladiatoren der Gruppe ArsDimicanti aus Italien bei "Brot und Spiele" im Amphittheater in Trier. (Archivbild von 2009)

(Foto: dpa)

Höhepunkt des bundesweit größten Römerspektakels wird die Gladiatorenschau "Der Kampf des Herkules" sein, in dem ein Gladiator gegen eine siebenköpfige Hydra kämpft. "Wir haben die Theatermaschine nach antikem Vorbild ohne Elektronik nachgebaut", sagte Organisator Ronald Frank in Trier. Zu der 9. Auflage des Römerfestes werden 22.000 Besucher in der Moselstadt erwartet.

Das Ungeheuer mit bis zu elf Meter langen Hälsen und einer Spannweite von 25 Metern "soll Besuchern eine Vorstellung geben, wie Aufführungen damals gewesen sein könnten", sagte Frank. Auch im 2. Jahrhundert habe im Kolosseum in Rom eine Hydra gegen einen Gladiator namens Herkules gekämpft. "Das war das Fernsehen der Antike", sagte Frank. Herrscher berichteten entweder über ihre Heldentaten oder erzählten "sagenhafte" Geschichten. Die Köpfe der Trierer Hydra werden im Trierer Amphitheater von sieben Komparsen getragen.

Echte, original römische Kämpfe

Mit dabei sind 14 Gladiatoren des Mailänder Instituts für experimentelle Archäologie "Ars Dimicandi". Sie bieten in der Arena echte, original römische Kämpfe. "Keiner weiß vorher, wie der Kampf ausgeht", sagte Frank. Daher gebe es auch immer wieder Verletzte. Inzwischen gehen auch einige Trierer Schauspieler bei den Berufsgladiatoren zur Schule. "Wir wollen in Trier eine kleine deutsche Sektion von Ars Dimicandi aufbauen", sagte Frank.

Fest in Römerhand werden auch Kaiserthermen und Porta Nigra sein. Römische Legionäre führen Exerzierübungen vor, Kinder können eine Gladiatorenschule besuchen oder sich in antike Handwerkskünste wie Kettenhemden-Knüpfen einweisen lassen. Der Vorverkauf laufe "sehr gut". Nach Angaben von Frank sind für die Gladiatorenschau, die viermal geboten wird, schon ein Drittel mehr Karten weg als im Vorjahr. Das Budget beläuft sich auf knapp 340.000 Euro.

Trier war einst Hauptstadt des Weströmischen Reiches, aus der Kaiser Konstantin der Große ein Gebiet verwaltete, das von Schottland im Norden bis nach Marokko im Süden reichte. Noch im vierten Jahrhundert soll es Gladiatorenkämpfe im Amphitheater gegeben haben.

Quelle: ntv.de, dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen