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Schalke oder VfB? Alle wollen Horst Heldt

Der künftige Schalker Trainer und Manager Felix Magath würde auch eine Verpflichtung von Stuttgarts Sportdirektor Horst Heldt durch die Königsblauen begrüßen. "Er war schon immer einer, der die Jüngeren geführt hat. Insofern ist es nur logisch und konsequent, dass er in so einer Funktion eine Mannschaft nach oben begleitet und führt. Er würde kommende Saison perfekt zu Schalke passen", sagte der Wolfsburg-Coach vor dem Schlagerspiel des Tabellenführers beim VfB Stuttgart dem Sender Premiere.

"Er war immer ein intelligenter, angenehmer Partner, der auch als Spieler immer versucht hat, seine Leistung abzurufen", sagte Magath über Ex-Nationalspieler Heldt, den er einst als Spieler bei Eintracht Frankfurt unter seinen Fittichen hatte.

"Wahnsinn, wenn er gehen würde"

Stuttgarts Teamchef Markus Babbel will Heldt dagegen davon überzeugen, dem Werben von Schalke 04 zu widerstehen und bei den Schwaben zu bleiben. "Er passt ideal zum VfB, und es wäre Wahnsinn, wenn er gehen würde", sagte Babbel der "Stuttgarter Zeitung". "Wir werden alles daran setzen, dass wir in Stuttgart bessere Argumente als die Schalker haben."

Von Heldts Kaliber gebe es in der Bundesliga nicht viele Manager. "Für uns Trainer ist er sehr wertvoll", sagte Babbel. "Er ist ein Topmann." Es wundere ihn daher nicht, dass Schalke ihn will, besonders in der Kombination mit Felix Magath, erklärte der 36-Jährige der Zeitung weiter.

Vertrag bis 2012

Nachdem Schalke den jetzigen Wolfsburger Trainer und Manager Magath zur kommenden Saison verpflichtet hat, bestätigte der S04-Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies auch die Bemühungen um Heldt trotz dessen Vertrags in Stuttgart bis 2012. Und Heldt ist mit Magath seit dessen Arbeit als VfB-Trainer von 2001 bis 2004 befreundet. VfB-Präsident Erwin Staudt verweigerte Heldt jedoch die Freigabe. Zudem soll der 39 Jahre alte frühere Mittelfeldspieler nun auch in den Vorstand des Champions-League-Kandidaten aufrücken.

"Man muss ihm das Gefühl geben, wichtig und unentbehrlich zu sein", sagte Babbel, der seinen Vertrag in dieser Woche bis 2011 verlängert hat. "Wenn er weiß, dass er in dem ganzen Gefüge eine tragende Rolle spielt, dürfte es kein Problem sein, ihn hier zu halten." Er könne sich zwar vorstellen, dass Heldt bei Schalke "wesentlich mehr" verdienen könne. Aber von den Strukturen her finde er in Stuttgart "die besseren Voraussetzungen".

Fußball mit deutschen Tugenden

Ex-Nationalspieler Kevin Kuranyi von Schalke 04 erhofft sich unterdessen vom neuen Trainer und Manager Felix Magath ab der neuen Saison einen kräftigen Schub für die Königsblauen. "Magath hat es geschafft, Vereine, die ein bisschen durcheinander waren, wieder hoch zu holen", sagte der Angreifer der "Welt am Sonntag". Auch zu seiner Zukunft nahm Kuranyi, dessen Vertrag beim Altmeister am 30. Juni 2010 ausläuft, Stellung: "Natürlich ist es ein positives Signal, wenn ein Trainer kommt, der für gute Arbeit steht." Es gebe nicht viele, die gut zu Schalke passen würden, findet der Ex-Stuttgarter: "Aber Magath ist einer davon."

Beim VfB hat er den neuen Coach bereits erlebt. "Es waren die härtesten Trainingslager, die ich je mitgemacht habe", berichtete er: "Es ist hart, die Vorbereitung durchzuhalten. Besonders, wenn du es nicht gewohnt bist." Der Torjäger bekam auch die konsequente Seite Magaths zu spüren: "Mich hat er damals auch zwischenzeitlich zurück zu den Amateuren geschickt, weil ich geglaubt hatte, es etwas lockerer angehen zu können." Magath versuche, den Fußball mit deutschen Tugenden weiterzuentwickeln. Kuranyi: "Das mögen die Menschen im Ruhrgebiet."

Quelle: ntv.de, sid / dpa