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Trotz Ruhestand im Halbfinale Altmeister Haas feiert Prestigesieg in Berlin

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Nach 1:43 Stunden siegte Haas nach einem abgewehrten Satzball.

(Foto: picture alliance/dpa)

Tommy Haas hat seine professionelle Tenniskarriere bereits an den Nagel gehängt. Beim Einladungsturnier in Berlin gelingt dem 42-Jährigen trotzdem eine bemerkenswerte Revanche: Der Tennis-Altmeister düpiert die deutsche Nummer zwei Jan-Lennard Struff auf dem früheren Flughafen Tempelhof.

Tommy Haas ist drei Jahre nach dem Ende seiner Tennis-Karriere eine bemerkenswerte kleine Revanche gegen seinen letzten Bezwinger Jan-Lennard Struff gelungen. Beim zweiten Einladungsturnier in Berlin gewann der 42 Jahre alte Ex-Profi ein enges und emotional geführtes deutsches Duell gegen den zwölf Jahre jüngeren Sauerländer knapp. Haas siegte 7:6 (7:5), 7:6 (7:3) in einem Hangar des ehemaligen Flughafens Tempelhof.

2017 hatte der Weltranglistenzweite in seinem letzten Match als Profi in Kitzbühel gegen die deutsche Nummer zwei verloren. Beim Show-Event auf dem früheren Airport führte der immer noch erstaunlich stark spielende Haas schnell 4:1, ehe es eine ausgeglichene Partie wurde. Der Wahl-Amerikaner haderte wie so oft mit sich selbst, Struff zerlegte nach dem unnötig verlorenen Tiebreak gar seinen Schläger.

Nach 1:43 Stunden siegte Haas nach einem abgewehrten Satzball. "Ich hatte nichts zu verlieren", sagte er nach dem Erfolg über den 34. der Weltrangliste. Der etwas langsamere Belag im Vergleich zum Rasen im Steffi-Graf-Stadion sei ihm entgegengekommen.

"Physio wird etwas Arbeit haben"

Im Halbfinale an diesem Samstag (Beginn 12 Uhr/Eurosport/Servus TV) trifft Haas auf den Österreicher Dominic Thiem. Der Weltranglisten-Dritte hatte die erste Veranstaltung im Steffi-Graf-Stadion gewonnen. "Bis dahin wird mein Physio etwas Arbeit haben", scherzte Senior Haas.

Im anderen Halbfinale tritt Italiens Talent Jannik Sinner gegen den Spanier Roberto Bautista Agut an. Der erst 18 Jahre alte Südtiroler schlug den Russen Karen Chatschanow im ersten Viertelfinale 6:3, 7:6 (7:3). Es war das Eröffnungsspiel auf dem Hartplatz im Hangar 6, wo bis zu 200 Fans dabei sein dürfen. Aus dem geöffneten Hangar gibt es einen Blick auf einen historischen Flieger und das weite ehemalige Flugfeld. "Wenn es einem nicht so gut geht, schaut man hinaus, dann geht es wieder besser", sagte Sinner.

Das am Mittwoch wegen Regens ausgefallene Damen-Finale im Steffi-Graf-Stadion wurde am heutigen Freitag nachgeholt. Die Weltranglisten- Fünfte Jelina Switolina aus der Ukraine gewann 3:6, 6:1, 10:5 gegen die zweimalige Wimbledonsiegerin Petra Kvitova aus Tschechien. "Das war schon eine sehr außergewöhnliche Erfahrung", sagte Switolina zum Ambiente. Sie ist ebenso wie Kvitova für das Halbfinale in Tempelhof am Samstag gesetzt.

Quelle: ntv.de, Robert Semmler, dpa