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BMC-Fahrer um den Belgier  Greg Van Avermaet (2.v.l.) bei der Zieleinfahrt in Cholet.
BMC-Fahrer um den Belgier Greg Van Avermaet (2.v.l.) bei der Zieleinfahrt in Cholet.(Foto: imago/Belga)
Montag, 09. Juli 2018

Starker Froome ausgebuht: BMC Racing gewinnt Teamzeitfahren

Greg van Avermaet feiert nach dem Erfolg seines BMC Teams im Gelben Trikot. Auf der dritten Etappe der Tour de France geht es sportlich auch für Titelverteidiger Chris Froome bergauf - die Anfeindungen von Seiten der Zuschauer nehmen jedoch nicht ab.

Der sportliche Schaden ist repariert, doch die Atmosphäre bleibt frostig: Chris Froome hat bei der 105. Tour de France den erneuten Buhrufen der Zuschauer getrotzt und nach dem völlig verkorksten Auftakt Stärke gezeigt. Beim 35,5 km langen Teamzeitfahren der dritten Etappe rund um Cholet raste der viermalige Gesamtsieger mit dem Sky-Express auf Platz zwei knapp am Tagessieg vorbei.

"Das war ein unglaublicher Tag und ein wirklich harter Test für uns. Das Ziel war es, so viel Zeit wie möglich auf die Konkurrenz herauszufahren", sagte Froome: "Es war wirklich nicht einfach." Lediglich vier Sekunden trennten Sky am Ende der Zeitenjagd vom siegreichen Team BMC Racing, dessen Kapitän Richie Porte (Australien) im Kampf um den Gesamtsieg zumindest einen Achtungserfolg feierte.

Weltmeister Peter Sagan musste das Gelbe Trikot nach nur einem Tag wieder abgeben. Der Slowake zeigte mit dem deutschen Team Bora-Hansgrohe lange ein gutes Rennen, verlor dann aber erst den Anschluss und schließlich die Spitze der Gesamtführung, die er mit dem Sprintsieg am Sonntag erobert hatte. Der neue Mann in Gelb ist BMC-Klassikerjäger Greg Van Avermaet (Belgien). Neben Herausforderer Porte hieß der große Sieger unter der Top-Favoriten Froome. An der Seite seiner Mannschaftskollegen benötigte der 33-Jährige lediglich 38:50 Minuten für die Strecke und machte damit teils viel Boden auf seine Rivalen gut.

Der Vorsprung auf das kolumbianische Kletter-Ass Nairo Quintana (Kolumbien/Movistar) vergrößerte sich um 49 Sekunden. Noch größer war der Abstand zu Frankreichs Hoffnungsträger Romain Bardet (AG2R), der 1:11 Minuten auf Froome verlor. Ex-Tour-Sieger Vincenzo Nibali (Italien) kassierte immerhin noch 1:02 Minuten. Für Froome war das gute Abschneiden im ersten "TTT" der Tour seit 2015 von großer Bedeutung. Am Samstag hatte sich der Brite beim Tour-Auftakt nach einem Sturz 51 Sekunden auf namhafte Rivalen eingehandelt, unter anderem auf Bardet. Die verlorene Zeit holte er nun wieder auf.

Froomes Ruf scheint ruiniert

Den Schaden, den sein Ruf in der Asthmamittel-Affäre genommen hat, ist für Froome dagegen deutlich schwerer zu korrigieren. Wie schon bei der Teampräsentation am vergangenen Donnerstag sah er sich wieder Antipathien der Zuschauer ausgesetzt. Unmittelbar bevor Sky als zweites der 22 Teams um 15.15 Uhr von der Startrampe rollte, gab es abermals Unmutsbekundungen aus dem Publikum. Froome selbst zeigte keine Reaktion, präsentierte sich hochkonzentriert.

Kein Top-Ergebnis erzielte der viermalige Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin. Der 33-Jährige belegte mit seinem Team Katusha-Alpecin, zu dem auch die Deutschen Marcel Kittel, Rick Zabel und Nils Politt gehören, auf dem technisch anspruchsvollen Kurs mit vielen Wellen und einem steilen Anstieg den neunten Platz. Am Dienstag gehen nach der Unterbrechung durch das Teamzeitfahren die Sprinter-Tage weiter. Kittel, Andre Greipel und John Degenkolb bietet sich auf der 195 km langen vierten Etappe von La Baule nach Sarzeau erneut die Chance auf den ersten deutschen Etappensieg.

Quelle: n-tv.de