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Frankfurt 1:1 (1:0) Leipzig Spielbericht
Sport
Spitzen-Rückhalt: Andreas Wolff.
Spitzen-Rückhalt: Andreas Wolff.(Foto: dpa)
Samstag, 13. Januar 2018

"Ein sehr gutes Gesamtpaket": "Bad Boys" durchbrechen EM-Auftaktfluch

Erstmals seit zehn Jahren gewinnen Deutschlands Handballer wieder das Auftaktspiel einer Europameisterschaft. Gegen die unterlegenen Montenegriner holen sich Keeper Andreas Wolff und Kapitän Uwe Gensheimer eine überragende Turnier(früh)form.

Die deutschen Handballer haben ihre Medaillenambitionen bei der Europameisterschaft in Kroatien eindrucksvoll unterstrichen. Die Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop deklassierte in Zagreb den EM-16. Montenegro mit 32:19 (17:9) und wurde ihrer Favoritenrolle beim ersten EM-Auftakterfolg seit zehn Jahren vollauf gerecht. Bester Werfer der Auswahl des Deutschen Handballbundes war Kapitän Uwe Gensheimer mit neun Toren, zudem bot Torhüter Andreas Wolff beim zweithöchsten Sieg der deutschen EM-Geschichte mit 46 Prozent gehaltener Würfe eine bärenstarke Leistung.

Neun Tore und ein Start nach Maß: Kapitän Uwe Gensheimer führte das DHB-Team zum ersten EM-Auftaktsieg seit zehn Jahren.
Neun Tore und ein Start nach Maß: Kapitän Uwe Gensheimer führte das DHB-Team zum ersten EM-Auftaktsieg seit zehn Jahren.(Foto: dpa)

"Das ist ein Auftakt nach Maß für uns. Wir hatten die Möglichkeit, dass jeder auf der Platte war, das war echt top", sagte Gensheimer im ZDF. "Unsere Deckung hat gut funktioniert, aber es kommen noch andere Kaliber im Turnier", betonte der 31-Jährige. Wolff fügte an: "Ich bin überrascht, dass wir so hoch gewinnen konnten. Wir haben in der Abwehr überragend gespielt." Bundestrainer Christian Prokop beobachtete "ein sehr gutes Gesamtpaket".

Doch die mit acht Europameistern und drei Turnier-Debütanten besetzte DHB-Auswahl ging die Partie vor rund 4000 Zuschauern konzentriert an, Weinhold gelang der erste Treffer (3.). Ein überragender Wolff, eine auch ohne den nicht berücksichtigten Finn Lemke kompakte Abwehr und ein variables Angriffsspiel zeichneten das deutsche Spiel aus. Debütant Philipp Weber überzeugte zudem als Torschütze und Spielgestalter auf der Mittelposition. Mitte der ersten Halbzeit sorgten die Bad Boys bereits für die Entscheidung, als sie mit einem beeindruckenden Zwischenspurt von 4:3 (12.) auf 13:3 (22.) davonzogen.

"Wir machen viele Dinge richtig"

Der vor dem Turnier aufgrund einiger Personalentscheidungen kritisierte Prokop spendete seinem Team immer wieder Beifall, ballte die Fäuste und gab fast ununterbrochen Anweisungen. In Über- und Unterzahl brachte er für Wolff meist einen weiteren Feldspieler und wechselte schon in der ersten Halbzeit munter durch, um Kräfte zu sparen. "Ich hätte nicht damit gerechnet, dass wir gegen so eine offensive Abwehr 17 Tore in der ersten Halbzeit werfen. Wir machen viele Dinge richtig, so kann es weitergehen", sagte Teammanager Oliver Roggisch in der Halbzeitpause.

Gegen den ohne seinen Topstar Vuko Borozan von Champions-League-Sieger Vardar Skopje und Torhüter Nebosja Simic von Bundesligist MT Melsungen (beide verletzt) angetretenen viermaligen EM-Teilnehmer, hatte das DHB-Team auch nach dem Wechsel alles im Griff. Der Europameister strahlte von jeder Position Torgefahr aus. Trotz des großen Vorsprungs ließen die "Bad Boys" auch in Sachen Kampfgeist nicht nach. So rettete Rechtsaußen Patrick Groetzki mit einem Hechtsprung spektakulär, als Wolff sein Tor zugunsten eines weiteren Feldspielers verlassen hatte. Prokop nutzte die deutliche Führung zu Experimenten. So testete er verschiedene Defensivformationen. Im Angriff lief die Tormaschine weiter rund. Gleich zehn Spieler trugen sich in die Torschützenliste ein, was Prokop zufrieden registriert haben dürfte.

Mit einem weiteren Sieg am Montag (18.15 Uhr in der ARD und im n-tv.de-Liveticker) gegen den WM-Dritten Slowenien würde der Olympia-Dritte vorzeitig die Hauptrunde erreichen.

Quelle: n-tv.de