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Krise? Hohe Belastung! Bayern-Basketballer stolpern aus Erfolgsspur

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Auch TJ Bray kann das Spiel des FC Bayern derzeit nicht inspirieren.

(Foto: imago images/wolf-sportfoto)

Die Reise durch Europa ist für Bayerns Basketballer eine einzige Enttäuschung. Ihr sportliches Glück liegt in der heimischen Liga - doch auch dort gibt's jetzt den ersten Makel. Und so greift das Wort Krise immer stärker um sich. Auch wenn sie das in München nicht hören wollen.

Tabellenletzter der Euroleague, erste Ligapleite der Saison und noch ohne Sieg unter dem neuen Trainer: Der deutsche Basketballmeister Bayern München ist völlig aus dem Tritt geraten. Aber auch nach dem 74:81 bei Verfolger MHP Riesen Ludwigsburg wurde das Wort Krise bei den Bayern tunlichst vermieden. Dafür wurde schnell eine Erklärung für die aktuelle Schwäche gefunden: die hohe Belastung.

"Es war eine lange Woche mit drei schweren Auswärtsspielen, so einen Zeitplan hatten wir noch nie in den letzten Jahren", sagte Trainer Oliver Kostic nach der Partie bei den Schwaben, "das war mental und von der physischen Energie her schwer zu händeln. Es war also klar, dass so eine Serie eintreten könnte."

Dabei sollte mit Kostic die Wende zum Guten gelingen. Als Anfang Januar Dejan Radonjic mangels Erfolgen auf internationalem Parkett entlassen worden war, wurde der bisherige Co-Trainer zum Chef befördert. "Oliver Kostic war die einzige Lösung für uns, wir haben mit keinem anderen Trainer gesprochen und das wird auch so bleiben", sagte Bayern-Geschäftsführer Marko Pesic kürzlich der Münchner Abendzeitung, "wir haben Vertrauen in ihn."

Kein Schub durch TJ Bray

Mit Siegen konnte Kostic das Vertrauen aber noch nicht zurückzahlen. Alle vier Begegnungen unter der Leitung des 46-Jährigen gingen verloren. Auch das langersehnte Debüt von Neuzugang TJ Bray brachte nicht den erhofften Schub. Der Amerikaner hatte wegen einer Operation nach einer Sehnenverletzung im Fuß seit Saisonbeginn gefehlt. Für ihn musste DeMarcus Nelson gehen. Die Probleme aber blieben. Und die liegen für Kostic auf der Hand. "Wir wollten die Punkte des Gegners aus der Transition limitieren, ebenso seine Offensivrebounds und unsere Ballverluste", sagte er, "doch alle diese Sachen waren der Hauptgrund, weshalb Ludwigsburg gewonnen hat".

Im Wissen um diese Schwächen bleibt Kostic daher ruhig. "Es gibt nun nicht die riesige Enttäuschung", sagte der Coach, denn: "Wir mussten das erwarten in dieser Phase und in dem Prozess, in dem wir uns jetzt befinden." Nationalspieler Paul Zipser sieht ebenfalls (noch) keinen Grund zur Panik: "Ich denke, wenn wir das jetzt verbessern, wird man sehen, dass wir ein anderes Team sind."

Dass der Zug in der europäischen Königsklasse abgefahren ist, das Viertelfinale wohl nicht mehr erreicht werden kann, dürfte den Beteiligten in München klar sein. In der Bundesliga aber haben die Bayern weiter alle Trümpfe in der Hand: Mit 28:2 Punkten führt der Titelverteidiger das Feld vor Ludwigsburg (24:6) weiter an. Doch viel mehr Ausrutscher sollte sich der Primus nicht mehr erlauben.

Quelle: ntv.de, Jürgen Magh, sid