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Nach "nicht erfülltem Traum" Bayern-Kampfansage an Werder

Nach dem Scheitern in der Champions League richtet der 1. FC Bayern mit einer Kampfansage an den SV Werder Bremen dennoch den Blick nach vorn - trotz des vernichtenden Urteils von Bayern-Präsident Franz Beckenbauer über den deutschen Fußball. "Die Situation ist peinlich genug. Wir haben nach dem letzten Jahr gesagt, das war Zufall oder Pech. Aber es ist noch schlechter geworden. Es gehen langsam die Lichter aus", erklärte der Präsident des Rekordmeisters, nachdem die Bayern durch ein 0:1 (0:1) im Achtelfinal-Rückspiel bei Real Madrid erneut frühzeitig ausgeschieden waren.

Trotzig widersprachen Verbandspräsident Karl-Heinz Rummenigge und Mannschaftskapitän Oliver Kahn Beckenbauers düsterer Einschätzung. "Das war ein ganz anderes Ausscheiden als letztes Jahr. Damals sind wir durch den Hinterausgang aus der Champions League geschlichen, dieses Mal gehen wir erhobenen Hauptes durchs Hauptportal", verkündete Rummenigge beim Bankett nach dem Spiel in Madrid. Zwar sei der Traum nicht erfüllt worden, doch die "Meisterschaft ist noch nicht abgesegnet".

Damit lag er auf einer Wellenlänge mit Kahn, der den nach seinem schweren Fehler im Hinspiel (1:1) angekündigten Sieg im Alleingang nicht verwirklichen konnte. "Wir wollen noch voll auf den Meistertitel los gehen", lautete die Kampfansage des Kapitäns an den SV Werder Bremen. "In der Bundesliga werden wir voll angreifen. Wir schütteln uns kurz und werden deutscher Meister", klammerte sich der Nationalkeeper an die letzte kleine Titelchance in dieser Saison. Rummenigge: "Wir dürfen die Flinte nicht ins Korn werfen. Wenn Bremen stolpert, müssen wir parat stehen."

Ganz so zuversichtlich wirkte Beckenbauer ("Es wird nicht das letzte Jahr ohne Titel sein") angesichts von sieben Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Werder Bremen nicht. Doch auch er forderte ab sofort volle Konzentration auf die Bundesliga und mindestens Platz zwei, der zur erneuten Teilnahme an der Champions League berechtigt.

Beckenbauer kritisiert Ballack

In Madrid stand der FC Bayern nicht parat, obwohl die "Galaktischen" nicht unbedingt wie Außerirdische aufgetreten waren. "Wir haben gar nicht mitgekriegt, dass die auch Angst vor uns hatten. Wir haben zu viele Fehler gemacht", merkte Kahn an und ergänzte: "Die sind schon stark, aber nicht unschlagbar." Auch Trainer Ottmar Hitzfeld war enttäuscht, "weil wir nicht die Leistung vom Hinspiel und zu wenig Initiative gezeigt haben". Beckenbauer sprach spöttisch von Dauerlauf in der ersten Hälfte. Man habe nicht zwingend genug nach vorne gespielt, nannte Michael Ballack als Grund für die Niederlage.

"Dritte Garde" hat gepfiffen

Rummenigge schimpfte über die Schiedsrichter-Ansetzungen der UEFA für das Achtelfinal-Spiel. Er wollte den Unparteiischen zwar nicht die Schuld am Ausscheiden des deutschen Rekordmeisters geben, "es wäre aber dennoch schön gewesen, wenn die UEFA gute Schiedsrichter geschickt hätte und nicht die dritte Garde aus Norwegen und der Schweiz". Die Partie im Estadio Santiago Bernabeu hatte der Schweizer Urs Meier geleitet. Im Hinspiel vor zwei Wochen (1:1) war Terje Hauge aus Norwegen der Referee. Für Rummenigge ein Unding: "Leute wie beispielsweise Collina werden dafür zu irgendeinem Pamperlspiel geschickt."

Gegen Rostock ohne Lizarazu

Bei ihrem ersten Bundesligaspiel "danach" am Samstag gegen Hansa Rostock müssen die Bayern auf Bixente Lizarazu verzichten. Der Welt- und Europameister zog sich in Madrid eine Muskelverhärtung im linken Oberschenkel zu. Der Franzose war zuvor bereits wegen eines Muskelfaserrisses zwei Wochen ausgefallen.

Quelle: ntv.de

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