Sport
Samstag, 08. Januar 2011

Drama um Diskus-Olympiasiegerin: Beinamputation bei Ilke Wyludda

Schwerer Schicksalsschlag für Ilke Wyludda. Der 41 Jahre alten Diskus-Olympiasiegerin von 1996 in Atlanta wird nach einer Bakterieninfektion der rechte Unterschenkel amputiert. Eingentlich sollen die Ärzte nur eine offene Wunde schließen. "Ich hatte die Wahl, das Bein zu verlieren oder mein Leben." Doch sie gibt sich tapfer: "Das Leben ist jetzt so, wie es ist."

Gold in Atlanta: Ilke Wyludda.
Gold in Atlanta: Ilke Wyludda.(Foto: picture-alliance / dpa)

Drama um Diskus-Olympiasiegerin Ilke Wyludda: Der Goldmedaillengewinnerin von 1996 ist der "Bild"-Zeitung zufolge ein Teil des rechten Beins amputiert worden. Nach einer Bakterien-Infektion sei der 41-Jährigen am 9. Dezember in Halle/Saale das Bein fast ab dem Ende des Oberschenkels abgenommen worden, heißt es in dem Bericht. "Ich hatte die Wahl, das Bein zu verlieren oder mein Leben. Aber ich wollte leben", sagte Wyludda dem Blatt.

Ihr ehemaliger Trainer Gerhard Böttcher, der sie in Atlanta zu Olympia-Gold führte, gibt ihr Halt. "Die Sache ist sehr bedauerlich aufgrund ihrer langen Leidensgeschichte. Doch mit ihrem starken Willen wird sie in der Lage sein, auch diese Situation zu meistern. Sie hat die richtige Entscheidung nach langen Überlegungen getroffen", sagte der ehemalige Bundestrainer, der bis 2009 in Halle auch Nadine Müller trainierte.

Die Olympiasiegerin von Atlanta, die nach ihrer Karriere ein Medizinstudium absolvierte und am 21. Januar ihre Approbation erhält, sei wegen anhaltender Schmerzen in den vergangenen Jahren mehrmals an Knie und Unterschenkel operiert worden. Dieses Mal habe es jedoch Komplikationen gegeben, als eine offene Wunde geschlossen werden sollte. "Diese Sepsis hätte tödlich enden können. 50 Prozent aller Betroffenen überleben eine solche Infektion nicht", erklärte Wyludda, die sich als Ärztin auf Schmerztherapie spezialisieren möchte. Daher sind ihr die notwendigen Anpassungen in ihrem persönlichen Umfeld bekannt. "Klar wird es Veränderungen geben, Wohnung und Auto müssen umgebaut werden. Aber das Leben ist jetzt so, wie es ist."

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Quelle: n-tv.de