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Magdalena Neuner schaltet auf Angriff Biathleten greifen nach Medaille

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"Ich hatte ein Mittagsschläfchen, das war ganz entspannend": Michael Greis.

(Foto: dpa)

Die Biathlon-Pläne von Langlauf-Olympiasiegerin Evi Sachenbacher-Stehle sorgen in Ruhpolding für Wirbel. Beim WM-Finale wollen die deutschen Skijäger noch einmal Medaillen gewinnen. Die Männer-Staffel mit Michael Greis soll heute schon einmal vorlegen.

Die deutschen Biathleten hoffen auf ein rauschendes WM-Finale. Die Männer-Staffel mit Olympiasieger Michael Greis soll heute ab 15.15 Uhr den Anfang machen, dann will am Samstag das Damen-Quartett den Titel verteidigen und am Sonntag soll nach dem letzten WM-Rennen von Magdalena Neuner noch einmal gefeiert werden. Doch erst einmal ist eine Langlauf-Olympiasiegerin in Ruhpolding in aller Munde. Evi Sachenbacher-Stehle kokettiert mit einem Wechsel ins Biathlon-Lager. Die 31-Jährige soll den Skijägern zu neuen Schlagzeilen verhelfen. "Eine Entscheidung im Bezug auf Biathlon oder Langlauf wird aber erst mit der Zeit reifen", ließ Sachenbacher-Stehle mitteilen. In diesem Winter sie pausiert.

Dass man ein Comeback schaffen kann, hat Greis gezeigt. Nach seinen guten Leistungen bei der Heim-WM ist er nicht mehr ganz so überraschend dabei. "Definitiv habe ich mir keine Hoffnung gemacht auf die Staffel", sagte er. "Jetzt freue ich mich auf das Rennen und vor allem über das Vertrauen der Trainer." Mit seinem Nachfolger als Schlussläufer, Arnd Peiffer, ist der heute in ChiemgauArena an Position drei hinter Simon Schempp und Andreas Birnbacher laufende Greis einverstanden. "Er ist der richtige Mann." Das Wort Medaille wollte der Allgäuer nicht sagen. "Da sind einige Kilometer und Schweißtropfen dazwischen. Wie schwierig es ist, vor Heimpublikum zu laufen, das haben wir gesehen."

"Es ist halt ein bissel schade für den Flo"

Florian Graf, dem gute Chancen auf einen Platz im deutschen Quartett eingeräumt worden waren, wurde nicht berücksichtigt. "Es ist halt ein bissel schade für den Flo", sagte Greis. Er selbst, verriet Greis, habe "sich bewusst zurückgenommen, weil ich gerne die Staffel laufen, aber mich nicht aufdrängen wollte." Bei der WM schaffte Greis, der im August am Fuß operiert worden war und sechs Wochen pausieren musste, ein tolles Comeback. In allen drei WM-Rennen war der 35-Jährige am Start. "Mit den ganzen Einsätzen hätte ich nicht gerechnet", gab er zu. Er ist wieder fit, seine Knochen sind nicht müde. "Ich hatte ein Mittagsschläfchen, das war ganz entspannend."

Bei den deutschen Frauen gab es nach dem WM-Debakel im Einzel-Wettkampf Gespräche. "Es war sinnvoll, individuell mit den Einzelnen zu reden", sagte Bundestrainer Ricco Groß. Die Teildisziplin Schießen sei danebengegangen, aber "läuferisch waren wir im Bereich Hoffnung." Schnell schaltete auch Magdalena Neuner auf Angriff um und gab die Richtung für die letzten WM-Rennen vor. "Das Gute daran ist", sagte der Superstar im deutschen Team, "dass ich nach jeder derben Niederlage direkt wieder auf dem Treppchen stand, oft sogar ganz oben. Wenn das mal nicht ein gutes Omen für die verbleibenden zwei Rennen ist."

Neuner lässt sich "nicht verrückt machen"

Die Skijägerinnen gönnten sich nach dem schlechtesten Einzel-Ergebnis seit 25 Jahren einen entspannten Tag. "Ich denke, es ist ganz gut, nach so einem Rennen auch mal die Waffe im Zimmer zu lassen, vor allem nach so einem Schießergebnis, weil ich weiß, dass ich es richtig gut kann. Ich werde mich", sagte Neuner, "jetzt nicht verrückt machen." Für die Männer begann bei Regen und später bei Schneefall der Countdown. "Wir haben die Chance, Weltmeister zu werden", sagte Kirchners Kollege Fritz Fischer. Bislang warten die deutschen Männer auf eine Medaille bei der Heim-WM. Dass sie stark sind, zeigt, dass sich die vier deutschen Staffelläufer für den Massenstart am Sonntag qualifiziert haben.

Nur drei deutsche Skijägerinnen sind dagegen im spektakulärsten WM-Rennen der besten 30 am Start. Miriam Gössner muss sich als 33. der Qualifikationsliste vorerst mit der Reservistenrolle begnügen. Magdalena Neuner, Andrea Henkel und Tina Buchholz sind natürlich dabei. "Wir deutschen Mädels haben noch was gut zu machen. Und es wäre schon toll, auch am Sonntag im Massenstart noch einmal mit einer Medaille, vielleicht sogar mit Gold hier abzuschließen", sagte Neuner.

Quelle: n-tv.de, Volker Gundrum und Sandra Degenhardt, dpa

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