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Schießfehlerfestival kostet Podestplätze Biathlon-Staffeln enttäuschen

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Am Schießstand brachte sich das DSV-Quartett um alle Chancen auf eine Topplatzierung.

(Foto: dpa)

Am Schießstand vergeben die Biathlon-Staffeln die durchaus möglichen Podestplätze. Ohne Sprintsieger Andreas Birnbacher reicht es für die DSV-Herren nur zu Rang sechs, weil Schlussläufer Arnd Peiffer die Nerven versagen. Auch die Frauen belohnen sich nicht.

Erst vergab Arnd Peiffer durch eine Strafrunde einen möglichen Podestplatz, dann passierte Miriam Gössner das gleiche Missgeschick: Die Staffelrennen beim Weltcup im österreichischen Hochfilzen endeten für die deutschen Biathleten mit einer kleinen Enttäuschung und ohne den erhofften Sprung aufs "Stockerl". Während die Männer nach schwachen Schießleistungen auf dem sechsten Platz landeten, reichte es für die Frauen noch zu Rang vier. Der Sprintsieg von Andreas Birnbacher am Freitag blieb das einzige Glanzlicht bei einem durchwachsenen Weltcup in Tirol.

"Das war einfach schlecht. Eine Strafrunde kann man sich in der Staffel einfach nicht leisten", sagte Herren-Schlussläufer Peiffer, dem im Liegendschießen die Nerven versagten: "Ich habe mich nicht unsicher gefühlt, die Fehler waren extrem ärgerlich." Trainer Mark Kirchner analysierte: "Es waren insgesamt Kleinigkeiten, die sich summiert haben. Deswegen hatten wir keine Chance auf das Podest, mehr als Platz sechs war nicht möglich."

Den Sieg sicherte sich Weltmeister Norwegen vor Frankreich und Russland. Das DSV-Quartett in der Besetzung Simon Schempp, Erik Lesser (2 Nachlader), Florian Graf (4) und Arnd Peiffer (1 Strafrunde) hatte nach 4 x 7,5 Kilometer 2:02,7 Minuten Rückstand auf die starken Norweger.

Frauen suchen nach der WM-Form

Auch die Frauen, die im März in Ruhpolding mit der mittlerweile zurückgetretenen Magdalena Neuner noch den WM-Titel gewonnen hatten, starteten zunächst souverän. Tina Bachmann (2 Nachlader) hatte bei ihrem Wechsel auf Miriam Gössner (1 Strafrunde) nur knapp 30 Sekunden Rückstand. Doch dann patzte auch Gössner - allerdings im stehenden Anschlag - und musste 150 Meter extra laufen.

"Unsere große Baustelle bleibt eindeutig der Stehendanschlag. Dazu kommt ein relativ zögerliches Schießen mit langen Zeiten", sagte Frauentrainer Gerald Hönig: "Ich glaube, wir sind läuferisch mit den Mannschaften vor uns auf Augenhöhe." Das bewiesen die souveräne Debütantin Nadine Horchler (1 Nachlader) und Doppel-Olympiasiegerin Andrea Henkel (1) durch starke Auftritte.

Am Ende lag Henkel einen Tag vor ihren 35. Geburtstag sogar in Schlagdistanz und wäre fast noch aufs Podest gestürmt. Doch Norwegen, die Ukraine und Russland standen am Ende ganz oben. "Wir konnten zumindest zeigen, dass wir angreifen können", sagte Henkel: "Wir sind eine Mannschaft und haben selbst mit der Strafrunde noch um das Podest gekämpft, das stimmt uns positiv."

Quelle: n-tv.de, sid

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