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Mit nur 25 Jahren ist Schluss Biathlonkönigin Dahlmeier mag nicht mehr

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Zweimal Gold in Südkorea: Doppel-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier.

(Foto: imago/Sven Simon)

Deutschlands beste Biathletin hört auf. Mit nur 25 Jahren beendet Laura Dahlmeier ihre so überaus erfolgreiche Karriere. Warum? Sie habe schlichtweg keine neuen sportlichen Ziele mehr. "Ich merke, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für mich gekommen ist." Für das Team ist das schlecht, für sie vermutlich gut.

Doppel-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier beendet im Alter von nur 25 Jahren ihre so überaus erfolgreiche Biathlon-Karriere. "Meine Entscheidung fällt mir wirklich nicht leicht und mein endgültiger Entschluss durfte nun schon länger reifen. Aber ich merke, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für mich gekommen ist", teilte die siebenmalige Weltmeisterin mit.

Hauptgrund für ihr frühes Karriereende: Sie hat keine sportlichen Ziele mehr, "die einem alles bedeuten und für die man alles in die Waagschale werfen würde. Heute bin ich an dem Punkt, an dem ich nicht weiß, was genau ich mir für ein Ziel vornehmen sollte, geschweige denn, ob es mir überhaupt wieder gelingen könnte." Die Entscheidung sei ihr sehr schwergefallen. Aber sie sei "nicht mehr hundertprozentig davon überzeugt gewesen, weiter Biathlon auf absolutem Spitzenniveau betreiben zu wollen." Damit verliert der Deutsche Skiverband seine Vorzeige-Skijägerin und die mit Abstand erfolgreichste Athletin der vergangenen Jahre bereits in jungen Jahren. Im Jahr 2012 war Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner ebenfalls mit nur 25 Jahren zurückgetreten.

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"Heute bin ich an dem Punkt, an dem ich nicht weiß, was genau ich mir für ein Ziel vornehmen sollte."

(Foto: www.imago-images.de)

Dahlmeiers Schritt hatte sich angedeutet. Bereits nach den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang hatte die Bayerin offen Gedanken an einen Rücktritt geäußert, entschied sich aber dagegen. "Wenn ich weiter Spaß an dem Sport habe, dann habe ich weiter Lust, voll vorne anzugreifen. Wenn es nicht so ist, dann ist es eben nicht so", sagte sie im März beim Weltcupfinale in Oslo: "Ich werde für mich abwägen, was für mich wichtig ist, wie es mir geht und was mein Körper dazu sagt." Motivationsprobleme hatte sie nie, allerdings spielte ihr Körper bei den hohen Belastungen nicht immer so mit, wie sie das wollte.

Der Sport war nie alles für sie

Im Herbst vergangenen Jahres hatte sie noch völlig entkräftet im Krankenhaus gelegen, es folgten Krankheiten und Ausfälle, sie verpasste Rennen und kämpfte sich wieder heran. Dass sie bei der WM im März im schwedischen Östersund trotz aller Rückschläge zwei Bronzemedaillen gewann, überraschte sie selbst. 2018 feierte sie in Südkorea zwei Olympiasiege und einmal Bronze, 2017 fünfmal Gold und einmal Silber bei der WM in Hochfilzen. Neben dem Gewinn des Gesamtweltcups 2016/2017 sind es die größten Erfolgen der Ausnahmekönnerin.

Als erste Biathletin holte sie bei Weltmeisterschaften saisonübergreifend 13 Medaillen nacheinander und fünfmal Gold bei einer WM, im Weltcup feierte sie 20 Siege. Dahlmeier erreichte in ihrem Sport früh alles, und trotzdem war er nie alles für sie. Dahlmeier liebt das Klettern, die Freiheit der Berge. Bei Touren in Nepal, Südamerika oder den USA fand sie die Freiheit, die ihr im Leistungssport zu oft fehlte. Trainer und Verband duldeten ihre Ausflüge, auch wenn sie sich dabei schon mal verletzte und deswegen Pausen einlegen musste.

Selbst in Dahlmeiers engstem Umfeld hatte es Zweifel gegeben, ob sie noch lange im Weltcup unterwegs sein wird. "Vom Bauchgefühl her würde ich sagen, dass Laura bei Olympia 2022 in Peking nicht mehr am Start ist", hatte ihr Heimtrainer und Entdecker Bernhard Kröll im Frühjahr gesagt. "Es wäre für den Biathlon-Sport eher besser, wenn ich mich täusche." Doch das tat er nicht, Dahlmeier hört sogar noch früher auf und ist schon bei der WM in ihrem Lieblingsort Antholz im kommenden Jahr nicht mehr dabei. Ihren Abschied will sie im Dezember bei der Team-Challenge Auf Schalke geben, um dort ein letztes Mal die Waffe zu schultern und ihre letzten Biathlonrunden zu absolvieren.

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Quelle: n-tv.de, Thomas Wolfer und Sandra Degenhardt, dpa

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