Sport

Kanutin leidet unter Spätfolgen Bitteres Olympia-Aus wegen Long-Covid

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Fünf Jahre nach Silber bei den Olympischen Spielen in Rio muss Steffi Kriegerstein wegen Long-Covid auf die Spiele in Tokio verzichten.

(Foto: imago images / Matthias Rietschel)

Kanutin Steffi Kriegerstein muss aufgrund von Spätfolgen ihrer Corona-Erkrankung aus dem Dezember die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio absagen. Seit Dezember "quält sich mein Körper mit immer neuen Symptomen", sagt die Olympiazweite von Rio und beschreibt diese eindringlich.

Die Olympia-Zweite von Rio de Janeiro im Kajak-Vierer, Steffi Kriegerstein, muss auf einen Start bei den Olympischen Spielen in Tokio aufgrund einer Erkrankung an Covid-19 verzichten. Die 28-jährige Weltklasseathletin vom Kanuclub Dresden verzichtet nicht nur auf die erste deutsche Qualifikation an diesem Osterwochenende in Duisburg, sondern auch auf die Sommerspiele in Japan. "Um die Sache kurz zu machen: Nein", sagte Kriegerstein der "Sächsischen Zeitung" und schloss einen Start bei den Rennen aus.

Kriegerstein hatte sich im Dezember mit dem Coronavirus infiziert. Obwohl sie mit der deutschen Nationalmannschaft Ende Januar mit ins Trainingslager nach Belek in der Türkei reiste, spüre sie immer noch Nachwirkungen. "Mir war teilweise so schlecht und schwindlig, dass ich mich nicht getraut habe, mit dem Auto zu fahren", betonte Kriegerstein.

Obwohl sie intensive Untersuchungen absolvierte, kam sie in Absprache mit dem Verbandsarzt und den Bundestrainern zu dem Entschluss, die Saison zu beenden. "Priorität hat nun die Gesundheit! Große Ziele, die die letzten 4 Jahre im Fokus standen, sind nun erst einmal nicht mehr in greifbarer Nähe", teilte der Deutsche Kanu-Verband auf seiner Homepage mit.

Seit Dezember "quält sich mein Körper mit immer neuen Symptomen", schrieb die Olympiazweite von Rio auf Instagram. Kriegersteins Herz-Lungen-Volumen sei deutlich kleiner geworden. "Sobald der Puls über 140, 150 schnippst, bekomme ich ein extremes Druckgefühl im Kopf, die Muskeln werden nicht mit genug Sauerstoff versorgt, die Lunge brennt. Das alles kommt schubweise", erklärte sie. Ein Karriereende lässt sie noch offen. Als Ziel peilt sie im Sommer ein Training ohne Schmerzen und Nebenwirkungen an.

Der Präsident des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV), Thomas Konietzko, hatte am Dienstag bei einer Online-Pressekonferenz erneut eine Diskussion angeregt, ob die deutschen Spitzensportler geimpft werden. "Bei einer Umfrage war überraschenderweise eine große Mehrheit der Befragten dafür, dass die deutschen Olympioniken geimpft nach Tokio fahren. Und in anderen Ländern sieht es so aus, dass schon fleißig geimpft wird", erklärte Konietzko.

Quelle: ntv.de, dbe/dpa

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