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WM-Aus im Achtelfinale Bolls Traum vom Doppel-Gold platzt

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"Es ist sicher schon bitter": Timo Boll.

(Foto: imago/Horstmüller)

Es reicht am Ende nicht für Timo Boll und seinen Doppel-Partner Ma Long aus China, der aktuellen Nummer eins der Welt. Im Achtelfinale der Tischtennis-WM in Düsseldorf sind andere stärker. Da können die 5000 Zuschauer in der Halle noch so viel Lärm machen.

Für Deutschlands Tischtennis-Star Timo Boll bleibt der Traum von einem WM-Titel womöglich endgültig unerfüllt. Im Doppel-Achtelfinale der Titelkämpfe in seiner Wahlheimat Düsseldorf musste sich der Rekordeuropameister mit Chinas Superstar Ma Long den chinesischen Topfavoriten Xu Xin/Fan Zhendong mit 1:4 geschlagen geben und damit wie schon 2015 seine Hoffnungen auf die Krönung seiner Karriere begraben.

Boll siegt im Einzel

Nur zwei Stunden nach seinem Ausscheiden im Doppel hat Timo Boll bei der WM die dritte Runde des Einzel-Wettbewerbs erreicht. Der Weltranglisten-Achte besiegte den Polen Jakub Dyjas mit 11:7, 11:8, 11:8, 11:8. Sein nächster Gegner ist am Freitag der Südkoreaner Woojin Jang, der gegen Bolls Nationalmannschaftskollegen Patrick Franziska klar in vier Sätzen gewann.

"Es ist natürlich schade, aber Xu und Fan waren wirklich einfach besser", sagte Boll nach dem Aus unter den Augen von IOC-Präsident Thomas Bach: "Wir haben uns zwar nochmals steigern können und wirklich stark gespielt, aber gegen dieses Ausnahmepaar war das nicht genug." Über 5000 Zuschauer feuerten Boll und den chinesischen Olympiasieger immer wieder lautstark an, doch nach der 1:0-Satzführung für die Publikumslieblinge setzte sich die Klasse der Champions aus dem Reich der Mitte immer klarer durch. Titelverteidiger Xu und der Weltranglistenzweite Fan nutzten gnadenlos jeden noch so kleinen Fehler von Boll/Ma aus und ließen am Ende keine ernsthaften Zweifel an ihrem Erfolg aufkommen.

Keine deutschen Aktiven mehr dabei

Als eine Vorhand von Ma ins Netz nach einem spektakulären Ballwechsel das Aus besiegelt hatte, klatschten sich die beiden Idole ab und Boll klopfte dem Dominator trotzdem freundschaftlich auf die Schulter. Boll haderte hinterher nur wenig mit der neuerlich unglücklichen Auslosung. "Es ist sicher schon bitter, wenn man zweimal die Chance auf ein Doppel mit dem besten Spieler der Welt bekommt und dann trotzdem schon vor den Spielen um eine Medaille auf das beste Doppel des Turniers trifft. Aber so sind die Regeln, und das muss ich natürlich akzeptieren", sagte der 36 Jahre alte Weltranglistenachte mit erkennbarer Enttäuschung.

2015 bei der WM-Premiere mit Ma war das Paar schon in Runde zwei an den späteren Titelgewinnern Xu/Zhang Jike gescheitert. Zu Spielbeginn bot sich den Zuschauern ein ungewohntes Bild: Bundestrainer Jörg Roßkopf übernahm in Absprache mit seinem chinesischen Kollegen Liu Guoliang die alleinige Betreuung von Boll/Ma, damit kein chinesischer Coach gegen seine Landsleute eingesetzt werden muss.

Doch auch die Tipps von Roßkopf, der 1989 mit Steffen Fetzner durch das Doppel-Gold in Dortmund für den bislang einzigen WM-Titel des deutschen Tischtennis gesorgt hatte, konnte Boll und dem Olympiasieger nicht zum erhofften Erfolg verhelfen. Den Doppel-Frust bei den Gastgebern machte nahezu gleichzeitig der K.o. von Patrick Franziska in der gleichen Runde mit seinem dänischen Europameister-Partner Jonathan Groth komplett. Damit sind keine deutschen Aktiven mehr in dem Wettbewerb, der vor WM-Beginn als der möglicherweise erfolgversprechendste gegolten hatte, vertreten.

Quelle: ntv.de, Dietmar Kramer und Elisabeth Huther, sid