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Sexualisierte Gewalt in BaWü Box-Sport droht heftiger Missbrauch-Skandal

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Boxerinnen in Baden-Württemberg sollen sexuell belästigt worden sein.

(Foto: imago/Hartenfelser)

Einem Medienbericht zufolge sollen drei Männer, die im olympischen Boxen in Baden-Württemberg tätig sind, Athletinnen sexuell missbraucht haben. Unter anderem seien die teils minderjährigen Boxerinnen angefasst worden oder hätten sich nackt wiegen müssen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Dem olympischen Boxen in Baden-Württemberg droht laut der "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" ein Skandal von gewaltigem Ausmaß. Einem Bericht der Zeitungen zufolge wird dem Verdacht auf sexualisierten Missbrauch von Athletinnen, darunter wohl auch minderjährige, nachgegangen. Bei drei Männern, die im Leistungssportbereich tätig sind, sollen die schwerwiegenden Vorwürfe geprüft werden.

Der Deutsche Boxsport-Verband (DBV) bestätigte, dass seine Sportart betroffen ist. "Wir befinden uns noch in einem ganz frühen Stadium, und man muss sehr sorgsam mit dem Thema umgehen. Es gilt sowohl die Unschuldsvermutung als auch der Opferschutz", sagte DBV-Generalsekretär Michael Müller. "Wir werden in unserem Rahmen die Dinge mit aller Konsequenz verfolgen."

Die Staatsanwaltschaft Heidelberg hat mittlerweile ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, wie ein Sprecher auf Nachfrage bestätigte. Zuvor waren bei verschiedenen Polizeidienststellen im Land Anzeigen eingegangen. "Wir sind dabei, die entsprechenden Unterlagen zu sammeln und zusammenzufügen", sagte der Sprecher, der jedoch keine Sportart nennen wollte.

Beim Wiegen nackt ausziehen

Ende Oktober hatte der Landessportverband Baden-Württemberg (LSVBW) mitgeteilt, dass ein Verdacht gegen einen Trainer und weitere Personen aus dem Leistungssport vorliege. Die Beschuldigten seien mit Bekanntwerden der Vorwürfe vorläufig freigestellt worden, hieß es in einer weiteren Mitteilung. "Mit der Übernahme der polizeilichen Ermittlungen und der Freistellung sind vorläufig alle notwendigen Maßnahmen erfolgt", sagte LSVBW-Präsidentin Elvira Menzer-Haasis.

Nun führte wohl eine anonyme Mail vom 16. Oktober zu den konkreten Ermittlungen. Laut der recherchierenden Zeitungen ging das Schreiben, mit schweren Vorwürfen der sexualisierten Gewalt, an die Box-Landesverbände und auch an etliche Box-Vereine in Baden-Württemberg. Angeblich mussten sich minderjährige Boxerinnen zum Wiegen nackt ausziehen, sie wurden angefasst, es soll zu sexuellen Belästigungen verbaler und schriftlicher Art gekommen sein.

Die "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" berichteten, einer der Verdächtigen im Box-Skandal habe in einem Telefonat mit den Redaktionen die Anschuldigungen bestritten. Die anderen beiden Personen hätten sich nicht äußern wollen. Laut dem Bericht habe ein namentlich nicht benannter Insider gesagt, dass es "massive Bedrohungen" von Zeugen gab.

Quelle: ntv.de, dbe/dpa