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Hitler-Vergleich geliked DEB-Goalie Greiss bittet um Entschuldigung

DEB-Goalie

DEB-Goalie Thomas Greiss hat sich via Klubmitteilung für seine zweifelhaften "Likes" entschuldigt.

(Foto: Marius Becker/dpa)

Thomas Greiss gefallen rechtsgerichtete Inhalte im Internet. Das Bekanntwerden während der Eishockey-WM wird zum Eklat. Sein Klub veröffentlicht ein Statement mit entschuldigenden Aussagen des Goalies - dabei wollte der eigentlich nicht reden.

Der deutsche Eishockey-Nationaltorhüter Thomas Greiss hat nach dem Wirbel um seine Person wegen eines Instagram-Likes zu einem Hitler-Vergleich um Entschuldigung gebeten. "Ich entschuldige mich dafür, dass ich mit einigen Posts aus meiner Timeline interagiert habe, mit denen dies falsch war", sagte der 31-Jährigen in einem von seinem NHL-Klub New York Islanders an die Zeitung "Newsday" herausgegebenen Statement: "Diese Posts zu liken, war ein Fehler, und ich entschuldige mich noch einmal in aller Form."

Bei der Weltmeisterschaft in Köln, bei der der 31-Jährige offiziell wegen einer Oberkörperverletzung wohl nicht mehr zum Einsatz kommt, hatte sich der Torhüter nach der Affäre bislang nicht äußern wollen. "Greiss spricht nicht", hatte ein Sprecher des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) auf Anfrage gesagt. Dem Keeper droht nun dennoch Ärger bei seinem Klub. "Die New York Islanders billigen das Social-Media-Verhalten von Thomas Greiss nicht und klären die Angelegenheit intern", hieß es in der Stellungnahme weiter. Greiss hatte erst im Januar einen mit zehn Millionen US-Dollar dotierten Dreijahresvertrag bei den Islanders unterschrieben.

"Thomas bereut sein Handeln und weiß, dass er einen Fehler gemacht hat." Bei Instagram hatte er unter anderem bei einem Vergleich von Hillary Clinton mit Adolf Hitler den "Gefällt-mir-Button" gedrückt, seine Zustimmung nach einem Bericht des Deutschlandsfunks aber wieder entfernt.

Der DEB hatte Greiss daraufhin in Schutz genommen, zugleich aber auch kritisiert. "Grundsätzlich ist Hitler ein No-Go, das ist ganz klar. Es gibt Dinge, die gehen in Deutschland nicht", hatte Vizepräsident Marc Hindelang gesagt und klargestellt: "Thomas Greiss ist kein Rechtsextremist und auch kein Rechtspopulist. Wir haben mit ihm darüber gesprochen." Von Konsequenzen gegen Greiss hatte der DEB indes abgesehen.

Der deutsche Verband hatte bereits vor Bekanntwerden der Affäre von einer Verletzung Greiss' berichtet, wegen der der Füssener bei der WM wohl nicht mehr spielen kann. Deshalb hatte Bundestrainer Marco Sturm NHL-Keeper Philipp Grubauer von den Washington Capitals nachnominiert und am Samstag einfliegen lassen. Grubauer soll auch am Dienstag im entscheidenden Duell um die Viertelfinal-Qualifikation gegen Lettland (20.15 Uhr/Sport 1) spielen.

Quelle: ntv.de, tno/dpa/sid