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"Wir wollen ins Halbfinale!" DEB-Team kämpft gegen Tschechien-Trauma

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So einfach dürfte es die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft am Donnerstagabend nicht noch einmal haben: Leon Draisaitl entschied das letzte Vorrundenspiel gegen Finnland mit einem "Empty Net Goal".

(Foto: imago images / Xinhua)

Es wird mal wieder Zeit für Sieg einen gegen Tschechien. Zum bislang letzten Mal gewann Deutschland bei einer Eishockey-Weltmeisterschaft vor zwölf Jahren gegen ein tschechisches Auswahlteam. Jetzt kommt die nächste Chance - und die Hoffnung ist groß.

Nach einem Jahr Pause steht Deutschland bei der Eishockey-Weltmeisterschaft wieder im Viertelfinale. Heute trifft das Team von Trainer Toni Söderholm in Bratislava auf Tschechien (20.15 Uhr im Live-Ticker bei n-tv.de). Das Selbstvertrauen nach der besten WM-Vorrunde eines deutschen Teams ist groß. Und der Kapitän versteckt sich gar nicht erst hinter Phrasen: "Wir wollen ins Halbfinale!"

Der Gegner

Gegen den zwölfmaligen Weltmeister Tschechien ist Deutschland Außenseiter - eigentlich. Auch gegen Finnland am Dienstag galt dies, Deutschland gewann aber 4:2 und war zwei Drittel lang auch tatsächlich überlegen. Die Tschechen wiederum verloren in ihrer Vorrundengruppe nur gegen den Top-Favoriten Russland. Star des Teams ist NHL-Stürmer Jakub Voracek von den Philadelphia Flyers.

Die Statistik

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Wie so oft gegen die Top-Nationen ist dies eine klare, beinahe deprimierende Sache: Von bislang 44 WM-Spielen gegen die Tschechen verlor Deutschland 35. Der bislang letzte WM-Sieg liegt schon zwölf Jahre zurück. In Russland gewann Deutschland in der damals noch ausgespielten Zwischenrunde 2:0. Trotz des überraschenden Erfolges schied der Aufsteiger Deutschland noch in der Zwischenrunde aus, die Tschechen zogen dagegen ins Viertelfinale ein (und schieden mit 0:4 gegen Russland aus). Seitdem gab es drei WM-Duelle mit 5:17 Toren aus deutscher Sicht.

Das Personal

Im Tor benötigt Weltklasse-Keeper Philipp Grubauer einen Sahne-Tag. Der NHL-Keeper der Colorado Avalanche wurde rechtzeitig fit und spielte schon beim 4:2 gegen Finnland stark. Wahrscheinlich gibt auch Moritz Seider sein Comeback. Der 18 Jahre alte Abwehrspieler der Adler Mannheim hatte sich vor einer Woche beim 3:2 gegen die Slowakei bei einem Bandencheck von Ladislav Nagy verletzt und seitdem nicht mehr gespielt.

Die Unterstützung

Aus der Heimat erhielten die Spieler emotionalen Zuspruch. Über seine Social-Media-Kanäle veröffentlichte der Deutsche Eishockey-Bund am Mittwoch Grüße von den Familien der Spieler aus Deutschland. Tenor: "Wir glauben an euch, ihr schafft das."

Der ehemalige Nationalspieler und NHL-Profi Christian Ehrhoff, mit der DEB-Auswahl 2018 olympischer Silbermedaillen-Gewinner, zeigte sich gegenüber dem Kölner "Express" ebenfalls optimistisch: "Da ist jetzt alles drin. An einem guten Tag kann Deutschland gegen jeden gewinnen. Vielleicht erfüllt sich der Traum einer Medaille. Tschechien liegt unserem Team."

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Kapitän Moritz Müller will ins Halbfinale - und sich die Anerkennung für eine starke WM abholen.

(Foto: imago images / ActionPictures)

Auch Kapitän Moritz Müller will jetzt mehr - und bekennt sich ganz offensiv dazu: "Ich finde, das Tiefstapeln sollten wir nun ablegen. Warum nicht ins Viertelfinale gehen und sagen: wir wollen ins Halbfinale! Anders kann man so ein Spiel ja nicht gewinnen. Der Glaube muss als erstes da sein."

Die Perspektive

Verliert Deutschland, ist das Turnier vorbei, und das Team fliegt am Freitag heim. Die Halbfinals finden am Samstag in Bratislava statt, das Endspiel steht dann am Sonntag an. Vorzeitig wieder in der Heimat landen will natürlich keiner der deutschen Eishockey-Profis. "Ich glaube, dass wir Eishockey von der besten Seite präsentieren", sagte Kapitän Müller der "Welt" und wundert sich, "dass wir in den vergangenen Jahren viel Werbung für unseren Sport gemacht, dafür aber nicht immer die Anerkennung bekommen haben". Das deutsche Eishockey-Team scheint bereit, sich die Anerkennung wieder in Form einer WM-Medaille selbst zu organisieren.

Quelle: n-tv.de, ter/dpa/sid

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