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Nächste Watschen für Grindel? DFB stellt Nationalmannschaft für E-Sport vor

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Das Werder-Duo Harkous und Bittner wurde aufgrund ihrer Weltranglistenposition nominiert. Andere Länder veranstalteten Qualifikationsturniere.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Deutsche Fußball-Bund geht neue digitale Wege. Die eNationalmannschaft soll den DFB künftig auf internationalen Turnieren vertreten. Für den Verband kommt das einer Kehrtwende gleich, hatte sich DFB-Präsident Grindel doch stets als Gegner der Zockergemeinde präsentiert.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat nun auch eine Nationalmannschaft im Bereich E-Sport. Bei einer hat der DFB die erste eNationalmannschaft aus 21 Spielern vorgestellt. Dabei wurden zugleich die beiden Fifa-19-Profis Michael "Megabit" Bittner und Mohammed "MoAubameyang" Harkous für die Premiere des eNations Cups (13. und 14. April) in London nominiert.

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Harkous und Bittner mit ihren Fifa-19-Spielerkarten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Profis von Werder Bremen hatten in der abgelaufenen Saison der VBL Club Championship für den überlegenen Meistertitel der Hanseaten gesorgt. Bittner gilt auf der Xbox als einer der besten Spieler überhaupt, in der Weltrangliste belegt er den dritten Platz. PlayStation-Profi Harkous wird auf seiner Konsole auf dem siebten Platz geführt. "Es fühlt sich einzigartig an", sagte Bittner nach seiner Nominierung: "Als Kind träumt man ja davon, Profifußballer zu werden. Diesen Traum kann ich mir mit der eNationalmannschaft nun erfüllen."

Der eNations Cup ist der einzige Wettbewerb für die Fußballsimulation Fifa 19, der mit Nationalmannschaften ausgetragen wird. Für die Spieler ist er jedoch nur eines von acht gleichwertigen Major-Turnieren, bei denen es um Preisgeld und Weltranglistenpunkte für die Qualifikation zur Weltmeisterschaft im Sommer geht.

Das deutsche Duo trifft in London in der Gruppenphase zunächst auf Norwegen, Schweden, Argentinien und Brasilien. Das Auswahlprozedere durch den DFB hatte im Vorfeld für kritische Stimmen gesorgt. In anderen Ländern waren die Spieler mithilfe eines Qualifikationsturniers ausgewählt worden.

Grindel glänzt mit Abwesenheit

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Zockt beim Einkommen, aber nicht an der Konsole - Reinhard Grindel.

(Foto: picture alliance/dpa)

"Fifa 19 ist längst ein fester Bestandteil des Fußballs - Spielerinnen und Spieler möchten sich heutzutage auch an der Konsole miteinander messen. Und das Beispiel unseres eNationalspielers MoAuba, der selbst als Amateurfußballer aktiv ist, zeigt umso mehr, dass wir die Synergien zwischen eFootball und Amateurfußball nutzen müssen", erklärte DFB-Vizepräsident Rainer Koch.

Dass Reinhard Grindel nicht bei der Vorstellung des neuen DFB-Teams zugegen war, überraschte nicht. Zum einen steht der DFB-Präsident wegen möglicher Zusatzeinkünfte in der Kritik, zum anderen gilt er als Gegner des E-Sports. Im März 2018 hatte Grindel in einem Interview mit dem "Weser-Kurier" betont, das "Befassen mit digitalen Endgeräten" sei die größte Konkurrenz für Zuwachs in den Sportvereinen. "Ich glaube, das ist eine absolute Verarmung", sagte Grindel und erntete dafür harsche Kritik aus dem E-Sport-Bereich. Nach Aussagen seines Vizepräsidenten habe allerdings auch Grindel der eNationalmannschaft zugestimmt.

Quelle: n-tv.de, mba/sid

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