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Favorit floppt bei Handball-EM Dänemark fliegt auf der Tribüne raus

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Die Ungarn um Zoltan Szita steigerten sich in der zweiten Halbzeit gegen Island deutlich.

(Foto: imago images/Bildbyran)

Die dänischen Handballer sind Olympiasieger und Weltmeister - doch bei der EM fliegt das Team in der Vorrunde raus. Und das schon vor dem letzten Spiel. Weil Ungarn gegen Island eine sensationelle Schlussphase zeigt und damit in die Hauptrunde einzieht.

Die dänischen Weltmeister um Superstar Mikkel Hansen verfolgten den Jubel der Ungarn mit versteinerter Miene, ihre anfangs noch so hoffnungsvollen Fans kämpften mit den Tränen. Bei der Handball-EM ist nach Frankreich der nächste Titelanwärter bereits in der Vorrunde gescheitert - weil die erhoffte Schützenhilfe Islands bei der 18:24 (12:9)-Niederlage gegen Ungarn ausblieb. Bevor die dänischen Spieler zum Aufwärmen für ihr bedeutungsloses letztes Gruppenspiel in Malmö gegen Russland das Feld betraten, mussten sie noch die Freudentänze der Ungarn um den überragenden Torhüter Roland Mikler ansehen.

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Schon vor dem eigenen Spiel war die Stimmung der dänischen Fans im Keller.

(Foto: imago images/Bildbyran)

Island nimmt trotz des Sieges gegen die Dänen keinen Punkt mit in die zweite Turnierphase, Ungarn kämpft mit zwei Zählern in den nächsten Spielen um den Einzug ins Halbfinale. Für Ungarn ist es der erste Hauptrunden-Einzug seit 2016. Norwegen, Portugal - das mit einem sensationellen Auftaktsieg das frühe französische Aus eingeleitet hatte -, Slowenien und Schweden komplettieren die Gruppe. Das Spiel gegen die Russen zum Vorrundenabschluss war ein Jahr nach dem WM-Triumph im eigenen Land für den Olympiasieger nur noch eine lästige Pflicht, der 31:28 (12:15)-Erfolg war kein Trost. Eine Niederlage gegen Island und ein Unentschieden gegen Ungarn war zu wenig. Zuvor war bereits der dreimalige Europameister Frankreich nach Niederlagen gegen Portugal und Vize-Weltmeister Norwegen gescheitert.

Torwart Mikler brilliert

Matchwinner der Ungarn war der in der zweiten Halbzeit immer stärker spielende Torwart Mikler, der besonders in der entscheidenden Phase mitunter unüberwindbar schien und seine herausragende Leistung kurz vor dem Ende mit einem gehaltenen Siebenmeter krönte. In den letzten 16 Spielminuten traf Island nur noch ein einziges Mal. Bence Banhidi, wie Mikler beim ungarischen Vizemeister Pick Szeged aktiv, erzielte zudem acht Treffer für den WM-Zehnten.

Bis zur Pause sah es unter den Augen der dänischen Spieler noch gut für Island aus. Zahlreiche dänische Fans fieberten in Malmö, neben Wien der zweite Spielort der Hauptrunde, mit dem bereits qualifizierten Island mit. Doch nach dem Wechsel leistete sich die Mannschaft um den ehemaligen Kieler Aron Palmarsson, der nur vier Treffer bei elf Würfen erzielte, zu viele Fehler. Nur sechs Tore nach der Pause waren aber deutlich zu wenig, um sich der 15 ungarischen Treffer zu erwehren.

Quelle: ntv.de, tsi/sid