Sport

Doppel-Rot, Doppel-Verlängerung Dänemark jubelt nach komischem WM-Drama

imago1000497007h.jpg

Erleichterung.

(Foto: imago images/Pixsell)

Das WM-Viertelfinale zwischen Gastgeber Ägypten gegen Handball-Weltmeister Dänemark ist ein historisches. Beide Verlängerungen enden mit einer Roten Karte und einem verwandelten Siebenmeter, dann geht es ins Entscheidungswerfen. Dort zeigen die Dänen die besseren Nerven.

Am Ende standen den ägyptischen Handballern die Tränen in den Augen. Der Mannschaft des Gastgebers fehlten nach einem ebenso berauschenden wie absurd-komischem WM-Viertelfinale nur Sekunden zur ganz großen Sensation. Doch nach zweifacher Verlängerung und Siebenmeterwerfen setzte sich Titelverteidiger Dänemark mit 39:38 (16:13, 28:28, 35:35) durch. Bester Werfer der Dänen war Mikkel Hansen mit zehn Toren. Geprägt war die entscheidende Phase der Partie von ebenso konsequenten wie richtigen Entscheidungen der Schiedsrichter.

Nach 60 Minuten lautete das Ergebnis 28:28, am Ende der ersten Verlängerung sah Dänemark beim Stand von 34:33 und eigenem Ballbesitz wie der sichere Sieger aus. Im vermeintlich letzten Angriff der Nordeuropäer aber entschieden die Unparteiischen auf Zeitspiel, Hansen spielte wenige Zehntelsekunden nach dem Pfiff noch einen Pass. Ein klarer Regelverstoß, eine Unsportlichkeit, die mit Rot für den Superstar und Siebenmeter für Ägypten geahndet wurde. Mohamed Sanad verwandelte diesen sicher und rettete die Gastgeber in die zweite Verlängerung.

Dort brachte Yehia El-Deraa den Außenseiter in Führung, Emil Jakobsen vergab einen Siebenmeter, Dänemark blieb schließlich nur noch der allerletzte Angriff des Spiels. Ausscheiden oder Siebenmeterwerfen, dafür musste aber ein Treffer her. Und es war fast schon komisch, wie sich die Bilder glichen. Die Schiedsrichter entschieden auf Freiwurf für Dänemark und die Chance, aus acht Metern zu treffen, schien minimal. Ibrahim El Masry aber verhinderte den dänischen Freiwurf - und handelte sich dieselbe Strafe wie zuvor auch Hansen ein. Rot, Siebenmeter. Magnus Landin verwandelte durchaus glücklich mithilfe des linken Innenpfostens. 35:35, Siebenmeterwerfen.

Dort war es dann Lasse Svan von der SG Flensburg-Handewitt, der den entscheidenden Treffer setzte, nachdem unmittelbar vor ihm Ägyptens finaler Schütze Ali Zein das Duell mit dem starken Torhüter Niklas Landin verloren hatte. Die Auszeichnung als Spieler der Partie konnte seine Enttäuschung nicht mindern. Ägypten verpasste den zweiten Halbfinaleinzug nach 2001, damals beendeten sie die WM auf Platz vier. Für Dänemark, das bei den Welttitelkämpfen zum 17. Mal in Folge ungeschlagen blieb, trifft im Halbfinale auf Spanien, das den vorherigen Finalisten Norwegen mit 31:26 bezwang.

Quelle: ntv.de, tsi