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Wegbereiter des "Miracle on Ice" Das tragische Ende des US-Eishockey-Helden

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Mark Pavelich (links) bei den aus US-Sicht legendären Olympischen Winterspielen 1980.

Mark Pavelich ist Teil des US-Eishockey-Teams, das einen wundersamen, nie vergessenen Triumph über den damaligen Erzfeind UDSSR feiert. Sein Glück findet der Center aber nach dem Ende seiner Karriere nicht, das Leben Pavelichs geht tragisch zu Ende.

Das amerikanische Eishockey trauert um einen seiner Helden: Mark Pavelich, Mitglied jener US-Auswahl, die 1980 in Lake Placid sensationell Olympiagold gewonnen hatte, ist am Donnerstag in einer psychiatrischen Einrichtung im Alter von 63 Jahren verstorben.

Beim sogenannten "Miracle on Ice" war Pavelich einer der Schlüsselspieler. Er legte am 22. Februar 1980 beim 4:3-Triumph der Collegeauswahl gegen die Eishockey-Supermacht UdSSR den Siegtreffer von Mike Eruzione auf. Wenige Tage später sicherten sich die USA im letzten Spiel der Finalrunde mit einem 4:2-Sieg über Finnland die olympische Goldmedaille.

In der Profiliga NHL bestritt Pavelich insgesamt 355 Spiele auf der Position des Centers, kam dabei auf 137 Tore und 192 Assists. Zudem spielte er auch in der Schweiz für Lugano und in Italien, dort wurde er mit Bozen 1988 Meister. "Wir sind sehr traurig zu hören, dass der 1980-Olympiasieger Mark Pavelich gestorben ist", teilte USA Hockey in einem Statement am Freitag mit, "er ist für immer ein Teil der Eishockey-Historie."

"Das ist ein ganz anderer Typ"

Pavelich befand sich seit Sommer 2020 in psychiatrischer Behandlung, nachdem er wegen Körperverletzung angeklagt worden war. Der Richter verkündete damals, Pavelich fehle "die Fähigkeit, rational mit einem Anwalt zu beraten", er sei "nicht in der Lage, das Verfahren zu verstehen, und ist nicht in der Lage, sich an der Verteidigung aufgrund von psychischen Erkrankungen oder Schwäche zu beteiligen." Pavelich hatte seinen Nachbarn mit einer Metallstange angegriffen.

Seine Familie und Freunde sagten, Pavelich sei konfus und paranoid gewesen. Seine Schwester sagte 2019 der "Star Tribune" in Minneapolis, die Familie glaube, dass Pavelich an chronischer traumatischer enzephalopathie (CTE) leiden könnte - einer Folge seiner Sportkarriere. "Mark ist die freundlichste und sanfteste Person, die Sie jemals kennenlernen würden", sagte Gevik der Zeitung. Und mit Blick auf den Mann, der wegen eines schweren Verbrechens auf der Anklagebank saß: "Das ist ein ganz anderer Typ." Gevik sagte, ihr Bruder habe während seiner NFL-Karriere zahlreiche Gehirnerschütterungen erlitten - verursacht durch wiederholte Schläge auf den Kopf.

Die NHL hatte 2018 einen gerichtlichen Vergleich mit Hunderten von ehemaligen Spielern geschlossen, die behaupteten, dass sie durch Kopfverletzungen während ihrer Karriere geschädigt wurden. Jeder Spieler, der dem Vergleich zustimmt, würde 22.000 Dollar erhalten und könnte Anspruch auf bis zu 75.000 Dollar für medizinische Behandlung haben. Pavelich selbst habe aber nie einen Anspruch geltend gemacht, sagte seine Schwester der "Star Tribune".

Pavelichs Anwältin reagierte geschockt auf die Nachricht vom Tode des Sportlers: "Unsere Kanzlei ist untröstlich, dass wir unseren Freund und unsere Legende verloren haben. ... In letzter Zeit war Mark voller Hoffnung und Erneuerung für die Zukunft. Seit er St. Peter verlassen hatte, blühte er in der neuen Einrichtung auf." Pavelich habe am Dienstag vor Gericht erscheinen sollen, um eine sechsmonatige Verlängerung seiner Zeit im "Eagle's Healing Nest" zu erhalten. Der Einrichtung, in der er nun tot aufgefunden wurde. "Mark hat sich seiner Genesung gewidmet und hat große Fortschritte gemacht", sagte Bruno. "Marks rechtliche Angelegenheiten bewegten sich in eine positive Richtung." Pavelichs Frau war 2012 bei einem Unfall im Haus verstorben. Vor einigen Jahren hatte er seine olympische Goldmedaille für mehr als 250.000 Dollar verkauft.

Quelle: ntv.de, ter/sid

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