Sport

Radprofi Morton fährt ohne Pause "Der Krieg ist nur eine Radtour entfernt"

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Das jüngste Abenteuer führt Lachlan Morton (M.) in Richtung Ukraine.

(Foto: imago images/Sirotti)

Im vergangenen Sommer fährt Radprofi Lachlan Morton die Tour de France. Er erklimmt die Pässe Frankreichs, schläft unter freiem Himmel und trägt Sandalen. Sein nächster Trip führt ihn jetzt von München an die polnisch-ukrainische Grenze. Der Krieg, sagt Morton, "ist manchmal nur eine Radtour entfernt".

Radprofi Lachlan Morton geht auf den nächsten Abenteuer-Trip und will mit einer Nonstop-Fahrt über 1000 Kilometer zur ukrainischen Grenze 50.000 Dollar an Spenden für Kriegsflüchtlinge sammeln. Der Australier startet am Samstag in München zu seiner Fahrt über insgesamt 1063 Kilometer via Tschechien und Österreich bis zur polnisch-ukrainischen Grenze. Morton geht davon aus, dafür etwa 40 Stunden zu benötigen. Seine Teamsponsoren unterstützen das Vorhaben mit einer Spende von zusätzlich 100.000 Dollar.

"Die Idee dahinter ist, dass ich zeigen will, dass ein Krieg nichts ist, was ganz weit weg ist. Konflikte finden überall auf der Welt manchmal nur eine Radtour entfernt statt", sagte der 30-Jährige. "Ich habe überlegt, was ich machen kann. Und alles, was ich machen kann, ist Radfahren", erklärte er auf Instagram. Spenden können vor, während und nach der Fahrt über eine Website gemacht werden. Laut den Vereinten Nationen haben drei Millionen Ukrainer aufgrund des russischen Angriffs ihre Heimat verlassen.

Zum Zeitpunkt des Kriegsbeginns hatte Morton sich mit seinem ukrainischen Teamkollegen Mark Padun auf ein Rennen vorbereitet. Es ist nicht die erste Spenden-Tour des Radsport-Hipsters. Im vergangenen Sommer fuhr er allein und ohne Hilfe die Tour de France sowie sämtliche Transfers zwischen den Etappen. Dabei war Morton mehrere Tage schneller als das Feld und sammelte über 500.000 Dollar an Spenden für eine Hilfsorganisation, die Fahrräder für Kinder spendet.

Morton ist alles andere als ein gewöhnlicher Radprofi. Er trägt meistens Schnurrbart, Tattoos zieren seinen Körper, er genießt gern das Leben. Mit seinem Bikepacking-Abenteuer wollte er im vergangenen Jahr nicht nur Spenden sammeln, sondern auf die Spuren des Geistes der wahren Tour gehen. Jener von 1903, als die Teilnehmer bis zu 470 Kilometer pro Tag zurücklegen mussten, durch die Nächte fuhren und auf Feldern schliefen.

Quelle: ntv.de, sue/dpa

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