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Thomas will Platz drei behalten Der chancenlose Topstar der Tour de France

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Geraint Thomas lauert auf Rang drei, ist aber wohl chancenlos.

(Foto: Pool via REUTERS)

Der frühere Tour-Sieger Geraint Thomas liegt auf Rang drei noch im Rennen ums Gelbe Trikot. Wohl wissend, dass der Kampf um den Gesamtsieg der Tour de France nur über Jonas Vingegaard und Tadej Pogacar führt. Denn der 36-Jährige kann seine Kraft und Chancen bestens einschätzen.

Geraint Thomas wäre der ideale Ratgeber für Jonas Vingegaard. Mit der Situation, bei der Tour de France mit knapp zwei Minuten Vorsprung in die Pyrenäen-Showdowns zu gehen und das Gelbe Trikot erfolgreich bis Paris zu verteidigen, ist der Brite bestens vertraut. Vier Jahre ist sein Kunststück nun her, Thomas' Ausgangslage hat sich seitdem verändert.

Im Kampf um das begehrte Maillot jaune liegt er zwar vermeintlich aussichtsreich als Verfolger auf Rang drei. Seine Chancen, ins Duell des Gesamtführenden Vingegaard mit Widersacher Tadej Pogacar einzugreifen, sind trotz Thomas' bislang starker Leistungen aber überschaubar. "Es wird sicherlich schwierig, weil zwei unglaublich starke Fahrer vor mir sind, nicht nur einer", sagte der 36 Jahre alte Routinier, der der Kapitän der wiedererstarkten Ineos-Mannschaft ist.

Duo attackieren? Macht keinen Sinn

Sein Plan: "Wir werden einfach versuchen, so schnell wie möglich nach Paris zu kommen. Das ist wirklich alles, was wir tun können. Wenn wir Jonas und Tadej nicht überholen, dann überholen wir sie nicht, und das war's." Dabei ist Thomas in Top-Form. In der besten seit Jahren. Der ehemalige Edelhelfer des mittlerweile tüchtig um den Wiederanschluss an die Weltelite kämpfenden Chris Froome gewann in diesem Jahr die Tour de Suisse, eine wichtige Vorbereitungs-Rundfahrt.

Der aggressiven Fahrweise von Herausforderer Vingegaard und Titelverteidiger Pogacar, der seinen dritten Gesamtsieg in Folge bei der Frankreich-Rundfahrt anpeilt, wird Thomas in den Pyrenäen dennoch nur wenig entgegenzusetzen haben. "Es hat einfach keinen Sinn, zu versuchen, mit der Explosivität von Vingegaard und Pogacar mitzuhalten", hatte er bereits nach dem legendären Anstieg nach Alpe d'Huez anerkennend gesagt, die sein Teamkollege, der hochtalentierte Thomas Pidcock gewann. Einer beiden der Co-Kapitäne. Der andere heißt Adam Yates und liegt in der Gesamtwertung immer aussichtsreich auf Rang fünf, 1:23 Minute hinter Thomas.

Starke Jungs im Rücken

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Aber der Waliser ist und bleibt der Kapitän. Und so muss und wird sein realistisches Ziel auf den Champs-Elysees am Sonntag das Podium sein. Seine Kontrahenten um Platz drei sind keine Geringeren als Kletterspezialist Nairo Quintana oder Romain Bardet. Kommt Thomas gut durch die Pyrenäen-Trilogie, würde ihm das Zeitfahren auf der vorletzten Etappe in die Karten spielen. "Offensichtlich muss ich die Jungs hinter mir im Auge behalten. Aber ich bin zuversichtlich, dass ich beim Zeitfahren eine anständige Zeit auf sie herausfahren kann", sagte Thomas.

Oder gelingt doch noch eine Überraschung? Der ehemalige Tour-Sieger Bradley Wiggings hielt das vor wenigen Tagen noch für möglich. Eurosport zitierte den britischen Sir mit den Worten, dass Thomas besser drauf sei, denn je. Bitter für ihn: zwei sind wahrscheinlich noch besser. Der 36-Jährige nähme das gelassen hin. Im Verlauf der Tour sagte er: "Ich habe die Tour schon einmal gewonnen und war einmal Zweiter - ich muss niemand etwas beweisen."

Quelle: ntv.de, tno/sid

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