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Überraschung bei Schwimm-WM Deutsche Freiwasser-Staffel gewinnt Gold

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Rob Muffels schwimmt den Staffel-Sieg nach Hause. Für ihn ist es bereits die zweite WM-Medaille in Südkorea.

(Foto: REUTERS)

Als "okay" hat Bundestrainer Lurz für die deutsche Freiwasser-Staffel bei der Schwimm-WM einen Top-Ten-Platz als Ziel ausgegeben. Am Ende wird es Gold. Entsprechend groß ist der Jubel - und die bisherige Medaillenausbeute des DSV.

Die deutschen Freiwasserschwimmer haben bei der WM in Südkorea überraschend Gold in der Staffel gewonnen. Lea Boy, Sarah Köhler, Sören Meißner und Rob Muffels siegten nach 4 x 1,25 Kilometern in 53:58,7 Minuten. Zweiter wurde Italien, auf Rang drei schlug das USA-Quartett an.

Nach Gold für Florian Wellbrock und Bronze für Muffels über zehn Kilometer sowie dem dritten Platz von Leonie Beck über die halbe Distanz ist es bereits die vierte Medaille für das Team von Bundestrainer Stefan Lurz bei den Weltmeisterschaften in Yeosu. Die 25-Kilometer-Rennen stehen noch aus.

"Die drei vor mir haben einen super Job gemacht. Ich hatte einfach nur die Aufgabe, die Italiener zu halten und im Endspurt dann vorbeizugehen", sagte Schlussschwimmer Muffels. "Wir haben uns als gesamte deutsche Mannschaft hier super präsentiert."

Auch ohne Top-Schwimmer Florian Wellbrock zeigte die deutsche Staffel eine ganz starke Leistung. Das Team ließ sich von den im Vergleich zu den Vortagen welligen Bedingungen im Hafenbecken des Weltausstellungsgeländes von 2012 nicht aus dem Konzept bringen. Mit den Silbergewinnern der EM des vergangenen Jahres in Glasgow, Köhler und Meißner, waren zudem bereits erprobte Leistungsträger am Start.

Mehr als "okay"

Bei Regen war WM-Debütantin Boy die Startschwimmerin und übergab als Fünfte an Köhler. Die Freundin von Weltmeister Wellbrock, die ebenfalls auch im Becken startet, wechselte als Achte, Meißner übernahm. Der 29-Jährige schwamm das Quartett an die Spitze. Die gab Muffels im Duell mit dem Italiener Gregorio Paltrinieri und dem US-Amerikaner Michael Brinegar nicht mehr her.

Freiwasser-Bundestrainer Lurz hatte vor dem Rennen einen Top-Ten-Platz als "okay" bezeichnet. Dass es so gut laufen könnte, damit war nicht zu rechnen. Bei den vergangenen Weltmeisterschaften in Budapest vor zwei Jahren waren die deutschen Freiwasserschwimmer noch ohne eine einzige Medaille nach Hause gefahren.

Wellbrock, der im vergangenen Jahr in Schottland noch seinen Teil zu EM-Silber beigetragen hatte, schonte sich für die Beckenwettbewerbe in der kommenden Woche. Dann will er in Yeosu über 1500 und 800 Meter Freistil starten.

Quelle: ntv.de, bad/dpa/sid