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Letzter Weltcup vor der WM Deutschen Biathleten geht Kraft und Luft aus

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Platz vier ist nicht der Anspruch der deutschen Staffel.

(Foto: dpa)

Für den Sprung aufs Podium reicht es bei den deutschen Biathleten nicht - dennoch machen die Leistungen beim Weltcup in Antholz Mut für die WM. Franziska Preuß bemerkt rechtzeitig einen Fehler, die Männer-Staffel patzt am Ende und Denise Herrmann erlebt ein Debakel.

Benedikt Doll sank im Ziel auf 1600 Metern Höhe völlig ausgepumpt zu Boden, zuvor waren bereits Franziska Preuß auf den letzten Metern die Kräfte ausgegangen: Die deutsche Männer-Staffel musste sich somit bei der WM-Generalprobe der Biathleten in Antholz genau vier Wochen vor dem Rennen bei den Titelkämpfen in Pokljuka (10. bis 21. Februar) ebenso mit dem vierten Platz begnügen wie Preuß im Massenstart der Frauen. Schlussläufer Doll konnte für das deutsche Team (0 Strafrunden+6 Nachlader/+54,4 Sekunden) mit Erik Lesser, Roman Rees und Arnd Peiffer erst im Zielsprint gegen Russland (1+7/+50,8) nicht mehr mithalten. "Das Ende ist ein bisschen enttäuschend", sagte Lesser geknickt.

"Es war ein solides Rennen, mit einem Nachlader kann ich auch leben", sagte Sprint-Olympiasieger Arnd Peiffer. Man merke allerdings, "dass alle schon ein wenig müde sind." Das Rennen über die 4x7,5 Kilometer entschied wie schon in der vergangenen Woche in Oberhof Frankreich (0+9) für sich, knapp vor Topfavorit Norwegen (1+9/+0,8).

Bei den Frauen war Preuß vor dem Rennen über 12,5 Kilometer "ein kleines Malheur" passiert. Sie hatte noch den Trainingsski bei sich, "und dann ist mir richtig die Düse gegangen", erzählte die 26-Jährige: "Ich bin zurückgelaufen und habe schnell die Ski gewechselt. Ich hatte dann noch eine Minute, die war wichtig zum Runterkommen."

Neuling Deigentesch überzeugt

Mit dem besten Schießergebnis der Saison mit nur einer Strafrunde sei Preuß mit Platz vier "sehr zufrieden" gewesen, nur 9,0 Sekunden fehlten auf die französische Siegerin Julia Simon. Bis zum letzten Schießen hatte auch Vanessa Hinz gute Chancen auf ein Topergebnis. Mit vier Fehlern fiel die Einzel-Vizeweltmeisterin aber auf Rang 18 zurück und verspielte noch die Norm (einmal Top 8 oder zweimal Top 15) für die Einzelstarts bei den Titelkämpfen in Slowenien.

Ein Fiasko erlebte Denise Herrmann, die nach vier Fehlern beim ersten Stehendschießen und insgesamt sechs Strafrunden abgeschlagen auf Platz 26 landete (+2:36,8 Minuten). Marion Deigentesch hatte sich als Elfte im Einzel sensationell für den Massenstart qualifiziert und wurde in ihrem erst fünften Weltcuprennen mit einem Schießfehler gute 19., Janina Hettich (3) belegte den 21. Rang.

Wer in etwas mehr als zwei Wochen um Medaillen kämpfen darf, entscheidet sich am Montag. "Es ist sicher, dass wir nicht nur mit vier Frauen und Männern nach Pokljuka reisen werden", hatte der Sportliche Leiter Bernd Eisenbichler zuletzt gesagt. Bei den Männern haben Peiffer, Doll und Lesser ihr Ticket sicher. Bei den Frauen sind Preuß, Herrmann, Hettich und Maren Hammerschmidt mit dabei. Hoffnungen darf sich trotz der verpassten Norm auch Hinz dank ihrer aufsteigenden Form machen.

Am Sonntag stehen in Südtirol mit der Frauen-Staffel über 4x6 Kilometer (12.45 Uhr) und dem Massenstart der Männer über 15 Kilometer (15.05 Uhr) die letzten Rennen vor der WM auf dem Programm. Bei den Frauen werden Hinz, Hettich, Herrmann und Preuß an den Start gehen.

Quelle: ntv.de, David Ryborz, sid