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Selbst der Gegner schwärmt Die erste große Show des Muhammad Ali

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Muhammad Ali startete vor 60 Jahren seine Karriere als Boxprofi.

(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Er gilt als der größte Boxer aller Zeiten, hielt als bislang einziger Faustkämpfer in seiner Karriere dreimal die Titel aller anerkannten Verbände und wurde 1999 vom IOC zum "Sportler des Jahrhunderts" gewählt - die Profi-Karriere von Muhammad Ali begann allerdings deutlich beschaulicher.

Muhammad Ali war schon mit 18 Jahren ein gemachter Sportler: Reihenweise Amateurtitel und den Olympiasieg im Halbschwergewicht aus Rom 1960 hatte er bereits gewonnen. Logisch, dass sich Ali - damals noch unter seinem Geburtsnamen Cassius Clay - im selben Jahr entschied, Profi zu werden. Ein Gegner war schnell gefunden. Am 29. Oktober 1960 traf Ali in der Freedom Hall in seiner Heimat Louisville auf Tunney Hunsaker, einen 30-jährigen Polizisten, der seine besten Zeiten im Ring bereits hinter sich hatte. Vor dem Fight gegen Ali hatte Hunsaker sechs Kämpfe in Serie verloren.

Der junge, schnelle und beweglichere Ali fügte dieser Ausbeute eine weitere Pleite hinzu. Als der Gong die sechste und letzte Runde beendete, zierten zwar reichlich Blutspritzer Alis weiße Kampfhose, es handelte sich jedoch um das Blut Hunsakers, der seit der dritten Runde aus der Nase blutete und dessen Gesicht seit Runde vier ein tiefer Cut über dem rechten Auge zierte. Wenig überraschend fiel Alis Punktsieg einstimmig aus.

Hunsakers Karriere endet mit Koma

"Er ist verdammt gut für einen 18-Jährigen und schnell wie ein Mittelgewichtler. Ich habe alle Tricks angewendet, die ich kenne, um ihn aus dem Gleichgewicht zu bringen, aber er war einfach zu gut", lobte der gezeichnete Hunsaker den Profi-Neuling, der seinerseits kaum Spuren der Erschöpfung zeigte. "Eines Tages wird er Weltmeister im Schwergewicht", lautete Hunsakers Prognose. Im Rückblick auf seine Karriere gestand Ali jedoch ein, dass Hunsaker ihm einen der härtesten Körpertreffer verpasst habe, die er je einstecken musste.

Während der Kampf für Ali nur der erste Schritt zum Weltruhm sein sollte, endete Hunsakers Profizeit im April 1962 jäh. Nach einem harten Treffer durch Joe Shelton fiel Hunsaker für mehrere Tage ins Koma und wurde zweimal am Gehirn operiert. Die Folgen des letzten Kampfes seiner Laufbahn begleiteten Hunsaker sein Leben lang. Ali blieb ihm stets freundschaftlich verbunden. Am 27. April 2005 verstarb der erste Gegner des größten Boxers aller Zeiten nach einem langen Alzheimer-Leiden. Ali lebte noch elf Jahre weiter, starb am 3. Juni 2016 im Alter von 74 Jahren.

Quelle: ntv.de