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Leichtathletik hat neuen Skandal Drei Weltmeister haben gedopt

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"Die Nach-Tests sind der letzte Beweis für die Entschlossenheit der IAAF, Betrüger in unserem Sport zu überführen": Iwan Tichon im August 2005 bei der WM in Helsinki.

(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Bei der Untersuchung von Dopingproben der Leichtathletik-WM 2005 werden drei Gold- und zwei Silbermedaillengewinner von Helsinki positiv getestet. Die Betrüger stammen allesamt aus Russland und Weißrussland, die meisten von ihnen haben ihre Karriere beendet.

Der Leichtathletik-Weltverband hat den größten Dopingskandal seit Jahren in seiner Sportart öffentlich gemacht. Die IAAF gab bekannt, dass bei nachträglichen Untersuchungen von Dopingproben der WM 2005 drei Gold- und zwei Silbermedaillengewinner von Helsinki positiv getestet wurden.

Neben den bereits bekannten Namen von Hammerwerferin Olga Kusenkowa und Weitspringerin Tatjana Kotowa, beide aus Russland, handelt es sich dabei um den dreifachen Hammerwurf-Weltmeister Iwan Tichon, den Zweitplatzierten Wadim Dewjatowski sowie Kugelstoßerin Nadeschda Ostaptschuk, die alle aus Weißrussland kommen. Auch der Weltmeister von 2003 im Kugelstoßen, Andrej Miknewitsch aus Weißrussland, wurde überführt.

Silbermedaille für Markus Esser?

"Unsere Botschaft an die Betrüger ist unmissverständlich klar: Es gibt keinen Platz mehr, sich zu verstecken", sagte Präsident Lamine Diack. "Die Nach-Tests sind der letzte Beweis für die Entschlossenheit der IAAF, Betrüger in unserem Sport zu überführen." Welche Strafen gegen die Athleten ausgesprochen werden, ist noch unklar, da die meisten von ihnen nicht mehr aktiv sind. Kugelstoßerin Ostaptschuk ist zurzeit sogar gesperrt, da sie bei den Olympischen Spielen in London im vergangenen Jahr positiv auf das anabole Steroid Metenolon getestet wurde und ihre Goldmedaille wieder abgeben musste.

Sollten sich die positiven Tests bestätigen, könnte Hammerwerfer Markus Esser doch noch zu einer WM-Medaille kommen. Der Leverkusener war in Helsinki mit 19 Zentimeter Rückstand auf Platz drei undankbarer Vierter geworden. Ihm winkt bei einem Ausschluss von Tichon und Dewjatowski nun die Silbermedaille hinter dem in Helsinki drittplatzierten Polen Szymon Ziólkowski. "Das würde mir schon Genugtuung verschaffen. Aber es ersetzt nicht das emotionale Erlebnis, nach gewonnenem Silber eine Ehrenrunde im Stadion zu drehen und anschließend auch auf dem Podest zu stehen", sagte Esser.

Auch möglicherweise entgangene Sponsoren-Gelder kamen Esser in den Sinn: "Ich würde lügen, wenn ich sagen würde: nein." Wichtig ist dem 33-Jährigen aber vor allem eines: "Ich weiß, dass ich super gearbeitet habe." Eine Runde mit der Fahne möchte Esser übrigens noch drehen: "Ich will bei Olympia in Rio starten. Und dann werde ich das nachholen. Denn das wird mein letzter großer Wettkampf sein."

Tichon und Dewjatowski waren schon früher in Dopingfälle verwickelt, so hatte Tichon bereits Olympia-Silber von Athen 2004 verloren. Auch Ostaptschuk hatte diesbezüglich für Schlagzeilen gesorgt. Nach ihrem Olympiasieg in London wurde sie bei zwei Proben positiv auf das anabole Steroid Methenolon getestet. Das Internationale Olympische Komitee erkannte ihr Gold wieder ab. Dieses ging wie schon 2008 in Peking an die Neuseeländerin Valerie Adams.

Quelle: ntv.de, dpa/sid

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