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Nächster verpasster Doping-Test Dreistem Weltmeister droht Olympia-Sperre

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Auf der Bahn läuft es für Christian Coleman super, mit seinen Doping-Tests hat er irgendwie immer Pech.

(Foto: imago images/ZUMA Press)

Es wird langsam zur Routine: Sprint-Weltmeister Christian Coleman verpasst im Dezember 2019 offenbar den nächsten Doping-Test. Wenige Monate vorher war er nur aufgrund einer Formalie nicht gesperrt worden - nachdem innerhalb eines Jahres drei Tests nicht zustande gekommen waren.

Der amtierende 100-m-Weltmeister Christian Coleman ist wegen Verstößen gegen die Anti-Doping-Bestimmungen vorläufig gesperrt worden und droht somit die Olympischen Sommerspiele 2021 in Tokio zu verpassen. Die unabhängige Integritätskommission AIU des Leichtathletik-Weltverbandes World Athletics bestätigte die Suspendierung am Mittwochmorgen.

Der 24 Jahre alte Amerikaner hatte vorher Details des bislang letzten erfolglosen Kontrollversuchs bei ihm und stritt sämtliche Vorwürfe vehement ab. Seit sechs Monaten habe er Beschwerde bei der Integritätskommission des Leichtathletik-Weltverbandes dagegen eingelegt, dass er am 9. Dezember 2019 einen Test verpasst habe. So habe er fünf Minuten entfernt von zu Hause Weihnachtseinkäufe getätigt, sei aber von den Kontrolleuren nicht angerufen worden. "Und jetzt könnte dies dazu führen, dass ich wegen weiterer  solcher Vorfälle, die vor gut einem Jahr passiert sind, suspendiert  werde", schrieb Coleman dazu.

Elitesportler weltweit müssen Angaben darüber machen, wo sie sich aufhalten, um für Dopingtests verfügbar zu sein. Ein Verstoß liegt vor, wenn ein Athlet keine Angaben macht oder nicht angetroffen werden kann. Drei verpasste Tests innerhalb von zwölf Monaten können als Anti-Doping-Verstoß gewertet werden und eine Sperre nach sich ziehen.

Coleman würde "jeden Tag" Test machen

Er habe einen weiteren verpassten Tests am 16. Januar 2019, für den er die Verantwortung übernehme, und einen Meldepflichtverstoß am 26. April 2019, berichtete Coleman weiter. Anfang September 2019 hatte ein Formfehler zu einem Freispruch des Sprinters geführt, da einer von drei der sogenannten Missed Tests außerhalb der Einjahresfrist gelegen habe. Wenig später sicherte sich Coleman in Doha den WM-Titel über die 100 Meter.

Er habe niemals und werde niemals leistungssteigernde Mittel nehmen, schrieb der US-Athlet nun in seinem Statement. "Ich bin willens, einen Dopingtest JEDEN einzelnen Tag für den Rest meiner Karriere zu machen, um meine Unschuld zu beweisen."

Wird Coleman diesmal gesperrt, bleiben unter den 50 besten jemals gelaufenen Zeiten über 100 Meter nur diejenigen von Sprint-Superstar Usain Bolt unbefleckt: Der Jamaikaner ist der einzige unter den Top-Sprintern, der nicht wegen Doping-Vergehen bestraft wurde. Bolt hat seine Karriere inzwischen beendet.

Quelle: ntv.de, ter/dpa