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Kilde trotzt "Nahtoderfahrung" Dreßen stürzt auf der Streif, dann platzt ihm der Kragen

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Thomas Dreßen hatte nach der zweiten Abfahrt auf der Streif keine gute Laune.

(Foto: REUTERS)

Abfahrer Thomas Dreßen kommt bei einem Sturz auf der Streif glimpflich davon, seine deutschen Teamkollegen sorgen dagegen für respektable Ergebnisse. Der Sieg in der zweiten Abfahrt geht an den Norweger Aleksander Aamodt Kilde, der am Tag zuvor einen Horrorsturz gerade so vermieden hatte.

Der norwegische Skirennfahrer Aleksander Aamodt Kilde hat zum zweiten Mal in seiner Karriere die legendäre Abfahrt auf der Streif in Kitzbühel gewonnen. Der Speed-Spezialist und Topfavorit, der mit gebrochener Hand die anspruchsvollste Piste der Welt herunterraste, hatte 0,67 Sekunden Vorsprung auf den französischen Routinier Johan Clarey. Dritter wurde der Amerikaner Travis Ganong (+0,95). Weltmeister und Vortagessieger Vincent Kriechmayr aus Österreich wurde Fünfter. Kilde hatte am Vortag nur mit reichlich Mühe und wahnsinnig viel Glück einen Sturz bei höchstem Tempo verhindert. "Das war eine Nahtoderfahrung", sagte er. Beat Feuz (Schweiz) kam in seinem letzten Rennen auf Rang 16.

Die deutschen Fahrer verpassten erneut eine Top-Platzierung, zeigten aber eine kleine Leistungssteigerung. Romed Baumann fuhr als bester DSV-Athlet auf Rang acht und reihte sich drei Plätze vor Teamkollege Josef Ferstl ein. Andreas Sander als 19. und Dominik Schwaiger als 37. blieben hinter den Erwartungen zurück. Thomas Dreßen stürzte, schied aus und kritisierte die Entscheidung des Weltverbandes, die Strecke aufgrund der schlechten Sicht nicht verkürzt zu haben. "Freilich ist es ein Freiluftsport. Aber es wurde schon im Vorhinein entschieden, dass der Start da ist, wo er ist", sagte er im ZDF. "Die beiden Athletensprecher werden vor vollendete Tatschen gestellt. Das finde ich schade und auch nicht zeitgemäß. Das muss ich ganz ehrlich sagen. Dass wir Athleten nicht einmal ein Mitspracherecht haben, verstehe ich nicht."

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Auch die anderen Deutschen haderten mit den Bedingungen. "Der Schnee stockt viel mehr, es ist um einiges herausfordernder als gestern. Es rumpelt", klagte Baumann. "Der Schnee war so kräftig, dass die Spur verschneit war. Es ist ein bisserl Pech, aber ich kann mir nix vorwerfen", meinte Ferstl: "Es ist natürlich nicht ganz fair, der Schnee wird wieder schneller." Schon über Nacht hatte es stark geschneit, das führte zu Schwerstarbeit. Ab Mitternacht wurde die Piste immer wieder wegen des Neuschnees geräumt. Zwischenzeitlich wurde in Erwägung gezogen, die Strecke zu verkürzen, der Start erfolgt dann aber doch von ganz oben.

Auf der Streif erreichen die Athleten Spitzengeschwindigkeiten von 140 km/h. Die maximale Neigung beträgt 85 Prozent, die Sprünge gehen bis zu 80 Meter weit. Am Sonntag steht für die Techniker um Linus Straßer in Kitzbühel ein Slalom an.

Quelle: ntv.de, tno/sid/dpa

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