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EHC im Champions-League-Finale Eishockeycracks verzücken in Europa

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Finale: Die Münchner Yasin Ehliz, Patrick Hager, Konrad Abeltshauser und Michael Wolf feiern.

(Foto: imago/GEPA pictures)

Als erste deutsche Mannschaft zieht der EHC Red Bull München ins Finale der Champions League ein. Nicht nur für den Serienmeister, sondern für das gesamte deutsche Eishockey ist das eine große Sache. Der ehemalige Bundestrainer Marco Sturm fiebert in den USA vor dem Fernseher mit.

Elf Monate nach dem deutschen Olympia-Wunder von Pyeongchang kosteten Münchens Eishockey-Helden in Salzburg ihren Einzug ins Finale der Champions League nur kurz aus. Doch vor der Rückfahrt im Bus erahnten sie beim Serienmeister EHC die Dimension des 3:1-Erfolgs im Red-Bull-Konzernduell: Sie hatten sich in die Geschichtsbücher eingetragen. "Das ist für das deutsche Eishockey wieder ein Riesenschritt", sagte Verteidiger Konrad Abeltshauser an diesem Mittwochabend, nachdem die Münchner als erstes deutsches Team ins Endspiel der europäischen Königsklasse eingezogen waren. "Wir haben wirklich gemerkt, auch schon durch das Halbfinale, dass durch Deutschland ein Ruck durchgeht."

So manch ein Silbermedaillen-Gewinner von Pyeongchang ließ sich von dem Münchner Marsch bis ins Finale elektrisieren - ob vor dem Fernseher oder dem Tablet. Für den in die nordamerikanische Profiliga als Assistent zurückgekehrten ehemaligen Bundestrainer Marco Sturm war das Halbfinal-Rückspiel des EHC beim Schwesterclub Red Bull Salzburg ebenso eine Pflichtveranstaltung wie für die Nationalspieler Dominik Kahun und Moritz Müller. Auch Sturms Nachfolger Toni Söderholm drückte den Bayern die Daumen. Don Jacksons Team hat mit dem Einzug ins Finale am 5. Februar in Schweden eine riesige Überraschung geschafft. Denn im internationalen Vergleich hinkt die Deutsche Eishockey Liga noch immer hinterher. Deshalb ist der Erfolg der Münchner Power-Truppe nicht zu unterschätzen.

"Am Schluss als Champion vom Eis"

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"Wirklich stolz auf die Jungs": Don Jackson.

(Foto: imago/Eibner Europa)

"Es bedeutet eine Menge", sagte Jackson. "Ich bin wirklich stolz auf die Jungs." Im straff getakteten Spielkalender erhält seine Mannschaft gerade mal einen Tag zum Durchschnaufen. Mehr ist einfach nicht drin. Deshalb gab es eine kleine mobile Party. "Das ist für uns als Organisation ein Riesenerfolg, das feiern wir ein bisschen im Bus", sagte Abeltshauser nach dem 3:1, das Maximilian Kastner, Yannic Seidenberg und Patrick Hager herausgeschossen hatten. Auf der Jagd nach DEL-Spitzenreiter Adler Mannheim stehen für den Verfolger aus München am Freitag gegen Augsburg und am Sonntag in Straubing gleich wieder Derbys an.

Das CHL-Finale beschert diesem hochdisziplinierten bayerischen Team ein nächstes kraftraubendes Duell. Aber eines gegen den zweimaligen Titelträger Frölunda Indians aus Göteborg, auf das sich die ganze Mannschaft freut. "Es ist ein Finalspiel, da kann alles passieren. Wir werden uns super darauf vorbereiten, wir sind heiß", sagte Abeltshauser.

Mit Reisen in die Fremde haben die Münchner in dieser Saison ohnehin gute Erfahrungen gemacht. "In der Champions League haben wir eigentlich die meisten Spiele auswärts gewonnen", rekapitulierte Abeltshauser. "Wir werden versuchen, dass wir sie niederkämpfen und niederrennen und am Schluss als Champion vom Eis gehen." Das wäre dann ein weiteres Kapitel für die Geschichtsbücher.

Quelle: n-tv.de, Martin Moravec, dpa

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