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Zusammenprall mit 270 km/h Formel-2-Pilot Hubert stirbt nach Horrorunfall

Tödlicher Unfall beim Formel-2-Rennen in Spa: Der Franzose Anthoine Hubert stirbt nach einem schweren Unfall kurz nach dem Start. Der 22-Jährige bleibt nach einem Dreher auf der Strecke stehen, der nachfolgende Juan Manuel Correa prallt mit 270 Kilometern je Stunde in sein Auto.

Der Motorsport trägt Trauer: Der 22-jährige Franzose Anthoine Hubert erlag nach einem fürchterlichen Unfall in der zweiten Runde des Formel-2-Hauptrennens in Spa seinen schweren Verletzungen. Er starb noch im Medical Center an der Strecke. Um 18.35 Uhr wurde Hubert für tot erklärt. Der Amerikaner Juan Manuel Correa, der zuvor mit 270 Stundenkilometern in Huberts querstehendes Auto geprallt war, erlitt Beinbrüche. Er wird vorerst im Krankenhaus von Lüttich behandelt, sein Zustand ist stabil. Der ebenfalls an dem Unfall beteiligte Franzose Giuliano Alesi blieb unverletzt und konnte nach einem kurzen Check das Medical Center schnell wieder verlassen. Der Crash ereignete sich in der zweiten Runde im Auslauf der Eau Rouge, in der 1985 Stefan Bellof in einem Gruppe-C-Sportwagen tödlich verunglückt war.

Beim Versuch, dem ins Schlingern geratenen Alesi auszuweichen, kam Hubert ebenfalls heftig ins Trudeln. Er prallte gegen die Begrenzung und schleuderte zurück auf die Strecke, wo er quer zur Fahrtrichtung stehenblieb. Der nachfolgende Correa raste danach ungebremst in die linke Seite des Wracks, wobei die schützende Fahrerzelle von Huberts Auto der Länge nach aufgerissen wurde. Während der Amerikaner mit seinem Fahrzeug kopfüber liegenblieb, zerbrach Huberts Bolide nach dem Einschlag in mehrere Teile Das Szenario erinnerte an den Crash des Italieners Alessandro Zanardi, der bei einem ähnlichen Unfall im Rahmen der Champ-Car-Serie 2001 auf dem Lausitzring beide Beine verloren hatte.

Austragung des Sprintrennens ist offen

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Das Leben von Anthoine Hubert endet am 31. August in Spa.

(Foto: imago images / HochZwei/Suer)

Innerhalb weniger Minuten trafen zahlreiche Ambulanz- und Rettungswagen an der Unfallstelle ein, die von Helfern mit Planen abgeschirmt wurde. Die Fernsehkameras zeigten schnell keine Bilder mehr vom Ort des Geschehens. Das Rennen war sofort gestoppt worden und geht natürlich auch nicht in die Wertung ein. An einen Neustart des Wettkampfs war nicht zu denken. Ob das für den Sonntag geplante Sprintrennen ausgetragen wird, blieb am Abend offen. Die Formel-1-Teams Mercedes und Renault, hier war Hubert Teil des Nachwuchsprogramms, sagten ihre für den Abend geplanten Medienrunden ab, das sonst so geschäftige Treiben an einer Rennstrecke wich entsetztem Schweigen.

Hubert ist der erste Tote in den Hauptserien Formel 1 und Formel 2 seit seinem Landsmann Jules Bianchi, der im Oktober 2014 in Suzuka verunglückte und nach neun Monaten im Koma im Juli 2015 starb.In der Formel 2 verlor 2009 der 18-jährige Brite Henry Surtees, Sohn des ehemaligen Formel-1- und Motorrad-Weltmeister John Surtees, nach einem Unfall in Brands Hatch sein Leben.

Wie so viele andere vor ihm begann auch Hubert seine Karriere als Siebenjähriger im Kartsport. 2013 gewann er die französische Formel-4-Meisterschaft und arbeitete sich dann über weitere Stationen in den Nachwuchsserien nach oben. 2016 startete er in der Formel-3-EM, unter anderem gewann er das Rennen auf dem Norisring. 2019 ging Hubert dann den nächsten Schritt auf seinem erhofften Weg in die Formel 1: Das Team Arden bot ihm ein Cockpit für die Formel 2 an, und Hubert bedankte sich mit zwei Siegen in den Hauptrennen von Monaco und Paul Ricard. In der Gesamtwertung lag er auf Platz acht, sein weiterer Weg nach oben schien vorgezeichnet, doch das Schicksal wollte es anders.

Quelle: n-tv.de, tno/dpa/sid