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"Kann ich nicht ausschließen"Frauen könnten Männern Startplätze bei Vierschanzentournee "klauen"

06.01.2026, 15:14 Uhr
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Sandro Pertile hat gute Laune und erstaunliche Nachrichten. (Foto: picture alliance / Wagner)

Eigentlich sollten Springerinnen und Springer im nächsten Winter gemeinsam ihre Weltcups bestreiten. Daraus wird nichts. Der Fis-Rennleiter denkt zudem über eine Reduzierung des Starterfelds bei den Männern nach. Auch bei der Vierschanzentournee, die es endlich auch für die Frauen geben wird.

Eine Vierschanzentournee für Frauen könnte die Männer künftig Startplätze kosten. "Ich kann nicht ausschließen, dass die Anzahl der Männer reduziert wird. Das gilt generell für den Weltcup", sagte Sandro Pertile, Renndirektor des Weltverbandes FIS, bei einer Pressekonferenz vor dem Tournee-Abschlussspringen am Dienstag in Bischofshofen. Mit kompakteren Teilnehmerfeldern könne laut Pertile "ein flexiblerer Zeitplan" erreicht werden, zu dem auch die Abschaffung von Probedurchgängen beitragen könnte.

Derzeit bestreiten im Weltcup wie bei der Tournee bei den Männern 50 Springer den Wettkampf, die zuvor in der Qualifikation ermittelt werden. Bei den Frauen besteht das Wettkampf-Feld im Weltcup aus 40 Springerinnen, bei den bisherigen "Two Nights Tour"-Wettbewerben, der abgespeckten Tournee also, waren nur 30 Frauen für den Wettkampf zugelassen. Bei dieser Anzahl an Springerinnen und Springern wäre es anspruchsvoll, eine Tournee für Männer und Frauen an den gleichen Standorten kompakt zu veranstalten.

Angleich des Kalenders steht noch aus

Dass die Frauen-Tournee zur kommenden Saison ihre Premiere feiern werde, sei laut Pertile nach der Innsbrucker Entscheidung zum Bau einer Flutlichtanlage praktisch perfekt. "Es war ein langer Prozess, aber das Puzzle ist nun fertig", sagte Pertile.

Das FIS-Council muss nun letzte Entscheidungen absegnen, "da erwarte ich aber keine Diskussionen", sagte Pertile. Dabei geht es um das Ansinnen des österreichischen Verbands, trotz einer Tournee an den klassischen Schauplätzen Innsbruck und Bischofshofen an den Weltcup-Standorten der Frauen in Villach und Hinzenbach mit ihren Normalschanzen festzuhalten.

Sollte die FIS - und danach sieht es aus - dem nachkommen, würde sie in zweierlei Hinsicht von ihrem ursprünglichen Fahrplan für die kommenden Jahre abweichen. Einerseits verschwänden die Normalschanzen, die im WM- und Olympia-Programm Standard sind, auf absehbare Zeit doch nicht aus dem Weltcup-Kalender.

Andererseits würde so die geplante Angleichung der Wettkampf-Kalender von Männern und Frauen noch nicht in der kommenden Saison vollzogen. "Wir waren da ein bisschen zu optimistisch. Es wird etwas mehr Zeit brauchen, aber das ist eine Entwicklung", sagte Pertile.

Quelle: ntv.de, sue/sid

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