"Unmöglich, verdammt schlecht"Skisprung-Star schimpft über Tournee-Veranstalter - und rudert zurück

Als ehemaliger Vierschanzentournee-Sieger segelt Halvor Egner Granerud den Topspringern in diesem Jahr deutlich hinterher. Beim Wettkampf in Innsbruck regt sich der Norweger fürchterlich über die Ausrichter auf. Die zeigen sich einsichtig - und Granerud auch.
Das Innsbruck-Springen der Vierschanzentournee wurde für Halvor Egner Granerud zu einem Debakel. Als 31. des ersten Durchgangs verpasste der Norweger den Einzug ins Finale um 0,7 Punkte. Den Grund dafür suchte er allerdings nicht bei sich selbst, sondern beim Veranstalter. "Ich hoffe, dass sie die Möglichkeit verlieren, hier im nächsten Jahr noch einen Wettkampf auszutragen. Sowas ist unmöglich und so verdammt schlecht", polterte Granerud am Viaplay-Mikrofon. "Es ist jedes Jahr das Gleiche", legte er nach.
Was Granerud so aufregte, war letztlich ein Zustandekommen außerordentlich unglücklicher Umstände. Er und einige andere Springer hingen vor dem ersten Durchgang für eine halbe Stunde im Aufzug des Sprungturms fest. Der Norweger musste dabei seine Skischuhe tragen, weil die Veranstalter seiner Aussage zufolge seine Tasche mit normalen Schuhen verschlampten. Diese hatte der Ex-Weltmeister und Tournee-Sieger 2022/23 nach dem Probedurchgang nach unten geschickt, dort verschwand sie dann.
"Es ist lange her, dass sich mein Körper so schlecht wie jetzt angefühlt hat", polterte Granerud bei "NRK". Die ganze Sache habe ihn sehr beeinflusst. "Wenn ich meine normalen Schuhe gehabt hätte, wäre das eine Sache gewesen, aber 35 Minuten lang in Skisprung-Schuhen festzustecken, weil sie meine Schuhtasche verloren haben, war das größte Problem", klagte der 29-Jährige.
Tournee-PR-Chef Ingo Jensen entschuldigte sich bei "NRK" für die technische Panne, von der auch DSV-Springer Philipp Raimund betroffen war, der mit Granerud im Aufzug steckte. "Das tut uns sehr leid. Jeder Athlet reagiert anders darauf. Manche nehmen es leicht, wie Philipp Raimund. Er hat einfach nur gegrinst und hatte immer noch Selbstvertrauen. Für Halvor tut es mit leid. Ich konnte es nicht ändern und kann es jetzt nicht mehr ändern."
Immerhin: Am Abend ruderte der zweimalige Sieger des Gesamtweltcups von seiner scharfen Kritik zurück. In einer Instagram-Story entschuldigte er sich und schrieb: "Ich war heute im Interview etwas energiegeladen, die Veranstalter wollen uns nicht schaden. Ich entschuldige mich für das Statement."