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Chaos-Etappe bei Tour de France Froome läuft zu Fuß Ziel entgegen

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(Foto: AP)

Nach einer dramatischen 12. Tour-de-France-Etappe zum Mont Ventoux bleibt Christopher Froome im Gelben Trikot - und das, obwohl er nach einem skandalösen Sturz die Führung zunächst an seinen Landsmann Adam Yates abgeben muss.

Christopher Froome hat auf der Chaos-Etappe der 103. Tour de France zum Mont Ventoux zunächst sein Gelbes Trikot verloren, darf es nach seinem Jury-Entscheid nun aber doch behalten. Kurz vor dem Ziel der 12. Etappe war der britische Vorjahressieger gestürzt, weil Zuschauer die Straße blockiert hatten. Der 31 Jahre alte Brite verlor so viel Zeit, dass er zunächst die Gesamtführung an seinen Landsmann Adam Yates abgeben musste.

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Der Moment des Sturzes: Froomes Rad war danach nicht mehr fahrtüchtig.

(Foto: REUTERS)

Nach vorläufigen Ergebnissen lag Froome 53 Sekunden zurück - auf dem sechsten Gesamtplatz. Wenig später teilte die Rennjury jedoch mit, dass Froome das Gelbe Trikot trotz des Sturzes behalten darf. "Ich bin sehr erleichtert", sagte Froome. "Die Entscheidung der Kommissare ist korrekt. Ich danke der Organisation der Tour de France." Sein Vorsprung in der Gesamtwertung auf Yates (Orica-BikeExchange) beträgt nun 47 Sekunden.

Der Vorfall hatte sich wenige hundert Meter vor dem Ziel ereignet, nachdem Froome seine größten Kontrahenten um den Kolumbianer Nairo Quintana schon abgehängt hatte. Zuschauer drängelten auf die Fahrbahn. Ein TV-Motorrad musste stoppen, Richie Porte fuhr auf, Froome krachte hinein. Es folgten dramatische Szenen: Der Sky-Kapitän rannte verzweifelt auf seinen Radschuhen Richtung Ziel, ehe er ein Ersatzrad gereicht bekam, das auch noch viel zu klein für ihn war.

Thomas de Gent holt Etappensieg

Den Sieg bei der Etappe auf den "kahlen Riesen" der Provence holte sich der Belgier Thomas de Gent vor seinem Landsmann Serge Pauwels und dem Spanier Dani Navarro. Die deutschen Fahrer um Tony Martin, der an diesem Freitag beim Zeitfahren zuschlagen will, hatten bei der Entscheidung auf 1435 Metern Höhe am Chalet Renyard nichts mitzureden.

Auch wenn wie erwartet wieder keiner der deutschen Fahrer auf dem legendären Berg triumphierte, wurde diese Etappe mit dem unglaublichen und denkwürdigen Ausgang von ihnen mitgeprägt. Noch immer ohne Sieg bei der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt, gehörte Greipel zu einer Ausreißergruppe, die sich kurz nach dem Start abgesetzt und phasenweise einen Vorsprung von über 18 Minuten auf das Hauptfeld mit Froome herausgefahren hatte.

Anstieg um sechs Kilometer verkürzt

Zu Beginn zählte auch Paul Voß zu den Ausreißern in der ersten Reihe, ein Reifenschaden warf ihn nach einigen Kilometern aber zurück. Dahinter versuchte das Team Etixx-Quick Step mit Tony Martin und Marcel Kittel ihren irischen Kollegen Daniel Martin nach vorn zu bringen. Voß wurde rund 37 Kilometer vor dem Ziel gestellt, das wegen heftiger Winde nicht wie vorgesehen auf dem Gipfel des Mont Ventoux, sondern sechs Kilometer davor wartete.

Zu einem Schreckmoment für Froome war es bereits 27 Kilometer vor dem Ziel nach einem Sturz von Simon Gerrans gekommen. Der Australier war bei einem Tempo von 56,3 Kilometern pro Stunde gestürzt, ein Sky-Teamkollege von Froome war dabei ebenfalls zu Fall gekommen. Der Brite stoppte, die Gruppe mit Gesamtsieg-Rivale Quintana attackierte nicht und wartete, bis Froome sie mit seinen Wasserträgern wieder erreicht hatte.

Quelle: ntv.de, jug/dpa/sid

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