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Segeldrama beim Volvo Ocean Race Für John Fisher gibt es keine Hoffnung mehr

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Der britische Segler John Fisher wird vermisst.

(Foto: dpa)

Drama beim Volvo Ocean Race: Segler John Fisher wird von einer Welle erfasst und geht über Bord. Wegen der lebensgefährlichen Bedingungen am Südpolarmeer wird die erste Suche abgebrochen. Es ist bereits die zweite Tragödie der 13. Austragung.

Auf der siebten Etappe des Volvo Ocean Race ist nahe der Grenze zum Südpolarmeer ein Mann über Bord gegangen. Im Sturm war der mit einem Überlebensanzug bekleidete Brite John Fisher vom Team Sun Hung Kai/Scallywag aus Hongkong von einer gewaltigen Welle von Deck gespült worden.

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"Wir müssen jetzt davon ausgehen, dass wir John auf See verloren haben", teilten die Veranstalter am heutigen Dienstag mit. Fisher war auf der siebten Etappe des Rennens um die Welt nahe der Grenze zum Südpolarmeer über Bord gegangen.

Der Unfall geschah bereits am Montagmorgen gegen 7.42 Uhr (Ortszeit, 14.42 Uhr MESZ) rund 1400 Seemeilen (rund 2600 Kilometer) westlich von Kap Hoorn. Die sofort eingeleitete Such- und Rettungsaktion der Crew unter dem Kommando des australischen Skippers David Witt blieb ohne Erfolg.

Nach dem Unglück hatten Team und Veranstalter umgehend die in der Region zuständige Seenotrettungszentrale Maritime Rescue Coordination Centre (MRCC) verständigt. Nach stundenlanger Suche musste die Crew des Briten ihre Rettungsaktion jedoch bei einbrechender Dunkelheit und angesichts der lebensgefährlichen Bedingungen abbrechen. Der Wetterbericht kündigte einen heraufziehenden Sturm an. Die Segler nahmen Kurs auf die etwa 1200 Seemeilen entfernte Küste Südamerikas.

Das MRCC leitete ein etwa 400 Seemeilen entferntes Schiff zum Unglücksort, um dort Ausschau nach dem vermissten Briten zu halten. Die chilenische Küstenwache bat weitere Schiffe in der Gegend um Hilfe. Bis die angeforderten Helfer vor Ort eintrafen, vergingen allerdings weitere Stunden. Im fraglichen Seegebiet herrschten unterdessen widrige Bedingungen mit Windgeschwindigkeiten von 35 Knoten (Windstärke 8), fünf bis zehn Meter hohen Wellen und einer Wassertemperatur im einstelligen Bereich.

"Für uns alle herzzerreißend"

Richard Brisius, Präsident des Volvo Ocean Race, erklärte am Dienstagvormittag: "An diesem Morgen muss ich die extrem traurige Botschaft überbringen, dass wir einen unserer Segler, John Fisher, vermutlich auf See verloren haben. Das ist für uns alle herzzerreißend. Als Segler und Rennorganisator ein Crew-Mitglied zu verlieren, ist eine Tragödie, die man sich niemals vorstellen möchte. Wir sind am Boden zerstört und unsere Gedanken sind bei Johns Familie, seinen Freunden und Teammitgliedern."

Bereits im Januar war es bei dem Rennen zu einer Tragödie gekommen. Auf der vierten Etappe kam ein Crewmitglied eines chinesischen Fischereischiffs bei einer Kollision mit dem amerikanisch-dänischen Team "Vestas 11th Hour Racing" ums Leben.

Das 13. Volvo Ocean Race wurde am 22. Oktober im spanischen Alicante gestartet. Insgesamt sechs Jachten waren am 18. März in die siebte Etappe vom neuseeländischen Auckland nach Itajai in Brasilien gestartet. Nach insgesamt 45.000 Seemeilen und rund acht Monaten sollen die Teilnehmer der Weltumseglung den Zielhafen Den Haag erreichen.

Quelle: ntv.de, tno/dpa/sid