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Verdiente Halbzeitführung gegen Argentinien Deutschland müllert wieder

Mit der Startelf aus dem überzeugenden WM-Achtelfinale gegen England beginnt Deutschland das Viertelfinalduell mit den Argentiniern und schon nach drei Minuten steht fest: Es ist eine Traumstartelf. Youngster Thomas Müller erzielte die frühe Führung und beendet damit gleichsam den deutschen Standardfluch.

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Drin nach drei Minuten, Deutschland führt.

(Foto: dpa)

Der Worte waren wahrlich genug gewechselt im Vorfeld des WM-Viertelfinales zwischen Deutschland und Argentinien. Ab 16.00 Uhr waren im Kapstadter Green-Point-Stadium nur noch Taten gefragt, zunächst vom DFB-Team. Schließlich hatte Bundestrainer Joachim Löw reichlich forsch erklärt: "Wir werden nicht zitternd in der Kabine sitzen und hoffen, dass der Schiedsrichter nicht anpfeift."

Beim Anpfiff durch Schiedsrichter Rawschan Irmatow, 34-jähriger Usbeke und im WM-Eröffnungsspiel durch eine unaufgeregt fehlerlose Leistung angenehmerweise nicht aufgefallen, standen dann tatsächlich elf Deutsche auf dem Platz, und zwar die Sieger vom Achtelfinal-Festival gegen England.

Damit aber nicht genug des deutschen Tatendrangs: Nach einer Minute zeigte Miroslav Klose, dass er aus seinem Platzverweis gegen Serbien rein gar nichts gelernt hat und grätschte im Mittelfeld einem Argentinier rüde in die Parade. Der Referee beließ es bei einer Ermahnung.

In der Ruhe liegt die Kraft

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Thomas Müller feiert sein Führungstor gegen Argentinien.

(Foto: dpa)

Nach zwei Minuten versuchte Lukas Podolski auf dem linken Flügel, Argentiniens Rechtsverteidiger Nicolas Otamendi aussteigen zu lassen. Der ließ Podolski über die Klinge springen, Irmatow entschied auf Freistoß und die TV-Experten kramten hektisch in ihren Statistikzetteln. Da war doch was?!? Richtig, da war was: Denn seit September 2008 wartete das DFB-Team vergebens auf einen Treffer nach einem ruhenden Ball. Nach Bastian Schweinsteigers Freistoßflanke war diese Statistik Fußballgeschichte, weil Thomas Müller den Ball leicht touchierte und dieser am recht unglücklich aussehenden argentinischen Keeper Sergio Romero ins Tor trudelte.

Es war der vierte WM-Treffer des Bayern-Youngsters, es war das 200. WM-Tor für Deutschland und es war, natürlich und am wichtigsten, die frühe Führung für Deutschland. In England würde man wohl verträumt von einem Blitzstart der wieder schwarzgewandeten DFB-Kicker sprechen und schreiben. Bundeskanzlerin Angela Merkel war es egal, sie zeigte nach Müllers Tor ihr schönstes Lächeln in Kombination mit dem gewohnt grazilen Kanzlerinnen-Klatschen.

Die argentinische Elf durchzuckte erst in der 22. Minute der erste Geistesblitz, von Weltfußballer Lionel Messi. Doch DFB-Schlussmann Manuel Neuer war nach dessen Pass auf Carlos Tevez auf dem Posten. Im Gegenzug vergab der tatendurstige Klose allzu leichtfertig das 2:0 für Deutschland, als er den Ball nach feinem Pass von Müller aus zehn Metern weit über das Tor hämmerte. Danach fand Argentinien zunehmend besser ins Spiel, den Weg ins DFB-Tor aber nur bei einem Abseitstreffer. Zu wenig, um von einer unverdienten Halbzeitführung für Deutschland sprechen zu können.

Quelle: ntv.de