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Fifa: "Schreibt persönliches Märchen" Müller winkt große WM-Ehre

Im Halbfinale gegen Spanien fehlt Thomas Müller dem DFB-Team, ein Preis scheint ihm trotzdem schon sicher: des für den "besten jungen Spieler" der WM. Sieben Scorerpunkte in fünf WM-Spielen wären nämlich auch dann herausragend, wenn Müller kein 20-jähriger WM-Debütant wäre.

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Thomas Müller spielt eine überragende Weltmeisterschaft, er war an sieben der 13 DFB-Tore direkt beteiligt.

(Foto: dpa)

Der "beste junge Spieler" der Fußball-WM wird wohl zum zweiten Mal in Folge aus Deutschland kommen. Thomas Müller scheint die Auszeichnung nach seiner erneut starken Leistung im Viertelfinale gegen Argentinien (4:0) sicher zu haben. Der 20 Jahre alte Offensivspieler von Bayern München würde damit die Nachfolge von Lukas Podolski antreten, der 2006 bei der WM in Deutschland die Trophäe gewann. Vor Podolski hatte nur Franz Beckenbauer 1966 die Auszeichnung nach Deutschland geholt.

Müller habe "weiter an seinem persönlichen WM-Märchen" geschrieben, hieß es in der entsprechenden Rubrik auf der offiziellen Seite des Weltverbandes Fifa. Bereits nach dem Achtelfinale gegen England (4:1) hatte die Fifa geschrieben, Müller habe "seine Ambitionen mit einem Paukenschlag untermauert". Der Einstand des jungen Bayern-Stürmers auf der WM-Bühne ist überwältigend: Tor zum Auftakt gegen Australien (4:0), gleich zwei Treffer beim imponierenden 4:1 über England, nun der Super-Auftritt gegen den zweimaligen Champion Argentinien. Selbst die spanische Zeitung "El Mundo" schwelgte danach in höchsten Tönen, Deutschland weihe "eine neue Generation: Die eines wundervollen Fußballers namens Müller."

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Fatales Gelb gegen Argentinien: Müller verpasst dadurch das Halbfinale gegen Spanien.

(Foto: dpa)

"Das war natürlich ein super Gefühl. Die Gelbe Karte war dann genau das Gegenteil", kommentierte der neue Müller seine Glücks- und Schreckmomente im Green Point Stadion. Zum grandiosen 4:0 gegen Argentinien hatte der Bayern-Aufsteiger ein Tor und im Liegen auch noch eine Vorlage beigesteuert. Seine Vorarbeit auf dem Hosenboden erinnerte einmal mehr an seinen großen Vorgänger Gerd Müller, der bei der WM 1970 in Mexiko Torschützenkönig war.

Keine "Bewerbungen" mehr möglich

Der deutsche Shooting-Star ist neben seinen drei Kollegen Marko Marin, Toni Kroos und Holger Badstuber auch der einzige junge Spieler, der im Turnierverlauf noch einmal zum Einsatz kommen kann, allerdings nicht mehr vor der Entscheidung. Diese wird vor dem Finale bekannt gegeben; Müller ist im Halbfinale gegen Spanien gesperrt. Dafür sind die Teams von 30 der 31 Konkurrenten - alle nach dem 1. Januar 1989 geborenen Akteure - bereits ausgeschieden. Der Uruguayer Nicolas Lodeiro, dessen Team im Halbfinale steht, wird wegen eines Fußbruchs nicht mehr spielen können.

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Pele war 1958 erste "beste junge WM-Spieler", heute gilt er als bester Kicker aller Zeiten.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Sehr oft jedoch bewiesen die Entscheidungsträger mit dieser Auszeichnung ein gutes Auge. Der erste Akteur, der zum besten Nachwuchsspieler einer WM gewählt wurde, war 1958 niemand Geringerer als Brasiliens Fußball-Ikone Pele. Hinter Podolski, der bei der Heim-WM auch vom Heim-Bonus profitierte, waren 2006 die heutigen Weltstars Lionel Messi (Argentinien) und Cristiano Ronaldo (Portugal) gelandet.

Entscheidung garantiert objektiv

Ermittelt wird der Gewinner in Zusammenarbeit mit einem Sponsor von der Technischen Studien-Gruppe (TSG) der Fifa. Diese umfasst weltweit bekannte Experten, aktuelle oder ehemalige National- oder Verbandstrainer. Leiter der Abteilung Technische Entwicklung ist als Nachfolger des Deutschen Holger Osieck der ehemalige Schweizer Nationalspieler Jean-Paul Brigger.

Berücksichtigt werden zahlreiche Kriterien. In erster Linie natürlich herausragende Fähigkeiten, aber auch Punkte wie "junge und erfrischende Spielweise", "Kreativität und Inspiration", "taktische Reife und Effizienz", "Beliebtheit bei den Fans", "Vorbildfunktion für Nachwuchsspieler" und "Fair Play" zählen dazu. Die Fifa versichert, die Kommission werde die Entscheidung "objektiv und verantwortungsbewusst" treffen, "ohne sich von außen beeinflussen zu lassen". Der Gewinner wird vor dem WM-Finale bekannt gegeben. Er erhält eine 31 Zentimeter hohe Stahl-Trophäe, die eigens entworfen wurde, und ein Auto.

Quelle: ntv.de, sid/dpa