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Aufholjagd ohne Happy End Referee verhindert US-Sieg

Mit 2:0 liegt Slowenien zur Pause gegen die USA vorn, doch am Ende braucht das kleinste WM-Land die Mithilfe des Schiedsrichters, um nicht mit leeren Händen dazustehen. Nach einer schönen Aufholjagd des US-Teams verwehrt der Referee dem dritten Tor der Amerikaner die Anerkennung. Warum, bleibt sein Geheimnis.

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US-amerikanische Fassungslosigkeit: Michael Bradley kann nicht fassen, dass das Tor zum 3:2 nicht zählen soll.

(Foto: dpa)

Die Comeback-Experten aus den USA haben im letzten Moment das drohende Vorrunden-Aus bei der Fußball- Weltmeisterschaft abgewendet und dürfen nun wie Gruppengegner Slowenien weiter auf das Achtelfinale hoffen. Zufrieden dürften sie mit dem 2:2 (0:2) im zweiten Gruppenspiel in Johannesburg aber nicht sein. Nach dem 0:2-Rückstand zur Pause durch Gegentore von Valter Birsa (13.) und Zlatan Ljubijankic (42.) steigerten sich die Amerikaner im zweiten Durchgang enorm - und wurden belohnt: Ex-Bayern-Profi Landon Donovan (48. Minute) und der Mönchengladbacher Michael Bradley (82.) sicherten dem US-Team das hochverdiente Remis. Dass es nicht zu mehr reichte, lag an Schiedsrichter Koman Coulibaly aus Mali. Er erkannte in der 87. Minute das 3:2 für die USA durch Maurice Edu nicht an.

Fünf Tage nach dem 1:0-Auftaktsieg gegen Algerien boten die hochmotivierten Slowenen erneut eine couragierte Leistung. Auch FIFA- Boss Joseph Blatter und UEFA-Präsident Michel Platini kamen als Stadion-Gäste voll auf ihre Kosten. Hektik und Rudelbildung schon nach 20 Sekunden: Clint Dempsey traf Ljubijankic beim Luftduell unglücklich am Kopf. Schiedsrichter Coulibaly aus Mali brauchte fast zwei Minuten, um die Hitzköpfe zu beruhigen.

Starker Torwart, schöne Tore

Vor allem die US-Boys mit den beiden Bundesliga-Legionären Bradley und Steven Cherundolo (Hannover) waren nach dem 1:1 gegen England heiß. Keeper Tim Howard wollte trotz seiner schmerzhaften Rippenblessur unbedingt spielen. Doch beim feinen Schlenzer von Birsa mit links aus gut 20 Metern konnte der Keeper dem Ball nur noch verdutzt hinterherschauen. Zuvor hatte der engagierte Kölner Milivoje Novakovic eine Flanke von Birsa verpasst (9.).

In ihren Auftaktspielen hatten beide Teams noch von gegnerischen Torwartfehlern profitiert. Diesmal brauchte Birsa, Mittelfeldspieler vom französischen Club AJ Auxerre, keine fremde Hilfe. Das Tor war einfach stark! Und das Spiel auch: Aufs Tempo drückten vor allem die Amerikaner: Torres zog einen Freistoß aufs kurze Eck, der überragende Samir Handanovic parierte zum ersten Mal glänzend. Das 1:1 lag in der Luft, doch die Slowenen verteidigten mit Glück und Geschick.

Mitten in die Drangperiode der Bradley-Elf fiel das 2:0 nach einem mustergültigen Konter. Diese Tor war gleich zwei kollegiale "Kölsch" wert, denn nach Doppel-Vorarbeit der Kölner Miso Brecko und Novakovic schloss Ljubijankic die herrliche Kombination perfekt ab: Gegen seinen Rechtsschuss aus sieben Metern ins lange Eck hatte Howard keine Chance.

USA mit großer Moral

Bob Bradley musste nach dem 0:2 reagieren. Der US-Coach brachte zur Halbzeit den früheren HSV-Profi Benny Feilhaber und Maurice Edu - doch das Anschlusstor machte der frühere Bayern-Profi Donovan: Nach schwerem Patzer von Sloweniens Innenverteidiger Bostjan Cesar hämmerte der Mann von den Los Angeles Galaxy die Kugel mit roher Gewalt ins kurze Eck. Da konnte Keeper Handanovic nur noch in Deckung gehen. Donovan war ein Aktivposten im US-Team, bei Slowenien ragten Torschütze Birsa und Aleksander Radoslavljevic heraus.

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Michael Bradley glich zum 2:2 für die USA aus.

(Foto: REUTERS)

Fünf Minuten nach dem Ausgleich durch Trainersohn Michael Bradley in der 82. Minute wähnten sich die US-Boys sogar auf der Siegerstraße. Nach einem Freistoß verwandelte Maurice Edu aus kurzer Entfernung zum vermeintlichen 3:2. Doch Schiedsrichter Coulibaly verweigerte dem Tor zu Unrecht die Anerkennung.

Quelle: ntv.de, dpa