Fußball-WM 2010

Goldener Schuh, bester Youngster Müller glänzt bei WM-Debüt

DFB-Youngster Thomas Müller spielt in Südafrika seine erste, aber nichtsdestotrotz überragende WM. Der 20-Jährige belebt die deutsche Offensive und wird bei seinem Debüt Torschützenkönig, Topscorer und bester Nachwuchsspieler. Nur der Traum vom WM-Titel bleibt unerfüllt.

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Das 1:0 gegen Uruguay bescherte Thomas Müller den "Goldenen Schuh".

(Foto: dpa)

"Wahnsinns-WM" für Thomas Müller: Erst WM-Bronze, dann auch noch der Goldene Schuh. Als der 20-jährige Senkrechtstarter vom FC Bayern München mit seinen Teamkollegen der Nationalmannschaft längst im Airbus A 380 Richtung Heimat saß, gab es vom Fußball-Weltverband noch eine weitere Auszeichnung. Mit fünf WM-Toren und drei Assists tritt Müller als bester Schütze des Turniers in die Fußstapfen von Miroslav Klose, der 2006 ebenfalls fünfmal erfolgreich gewesen war. Zudem ist er auch zum besten Nachwuchsspieler der WM gewählt worden und tritt damit die Nachfolge von Lukas Podolski an.

Seit zwölf Monaten ging es für den Spieler mit dem berühmten Fußballer-Namen immer nur bergauf, von einem Höhepunkt zum anderen: Stammplatz im Bayern-Starensemble von Chefcoach Louis van Gaal, Meistertitel, DFB-Pokalsieg, Champions-League-Finale - und jetzt WM- Dritter. "Für mich ist das eine Super-Bestätigung für die Arbeit in dieser Saison. Es freut mich, dass ich so einen Superlauf hatte", verkündete Müller noch immer locker und frisch.

Dauerläufer und doch nicht müde

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Thomas Müller hat bei seinem WM-Debüt rundweg begeistert.

(Foto: dpa)

Der WM-Aufsteiger sah nach dem 3:2-Kampfsieg im "kleinen Finale" gegen Uruguay so aus, als ob er noch bereit wäre für ein paar Freundschaftskicks in südafrikanischen Townships. "Von der Kraft ging's", sagte Müller und sorgte damit in der Reporterschar ebenso für Erstaunen wie mit der Selbsteinschätzung der WM.

Mit der Erfahrung von einem Länderspiel war Müller in die Vorbereitung auf Südafrika gegangen - mit fünf WM-Toren, der Bronzemedaille und einer Menge Lob im Gepäck konnte er am Sonntag zurückfliegen. "Es ist natürlich ein Wahnsinn, wenn du neu zu einer WM kommst. Wenn mir jemand acht Scorer-Punkte vorhergesagt hätte, hätte ich auch gesagt, ihr spinnt doch alle."

Nur Teil einer Topmannschaft

Für Müller war es einfach eine "Wahnsinns-WM", doch er sieht sich nur als einen Teil des ganzen deutschen Wintermärchens in Südafrika. "Ich stecke mitten drin. Die Mannschaft hat mich unterstützt und es hat mich keiner auf dem Zettel gehabt", verwies er auf die unterstützenden Faktoren: "Die Mannschaft war auf einem Top-Level."

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Thomas Müller ist nach dieser WM nicht nur Diego Maradona ein Begriff.

(Foto: dpa)

Der vor dem Turnier nicht nur bei Argentiniens Trainer und Idol Diego Maradona noch unbekannte Müller sicherte sich den Sieg in der Wertung des "Goldenen Schuhs" aufgrund seiner drei Tore-Vorlagen. Die im Finale erfolglosen David Villa und Wesley Sneijder sowie Diego Forlan aus Uruguay waren ebenfalls auf fünf Treffer gekommen.

Doch WM-Rang drei war für den Bayern-Spieler nicht wirklich ein Trost, optimistisch bleibt er trotzdem: "Natürlich hast du nach dem Spiel ein positives Gefühl. Trotzdem bist du im Halbfinale rausgeflogen. Jetzt können wir alle noch einigermaßen zufrieden nach Hause gehen. Und dann packen wir es halt das nächste Mal."

Quelle: ntv.de, Jens Mende und Klaus Bergmann, dpa