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Sportler müssen erreichbar sein Gericht stärkt Kontrollen gegen Doping

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Für saubere Spiele.

(Foto: imago/Reporters)

Das im Anti-Doping-Kampf seit Jahren praktizierte Meldesystem für Athleten steht im Einklang mit der Menschenrechtskonvention. Zu dieser Entscheidung kommt der Europäische Gerichtshof. Die Reaktionen auf dieses richtungsweisende Urteil sind gespalten.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat das Doping-Kontrollsystem gestärkt. Die Fahnder dürfen von den Profisportler verlangen, Monate im Voraus zu sagen, wo sie sich aufhalten werden - damit sie unangekündigt kontrollieren können. Dieses Whereabouts-System verstoße nicht gegen die Menschenrechte der Sportler, befanden die Richter. Geklagt hatten französische Sportverbände und Dutzende Profisportler.

Die Nationale Anti-Doping-Agentur Nada freute sich über dieses richtungsweisende Urteil. Es schaffe Klarheit, sagte Lars Mortsiefer, Vorstandsmitglied und Chefjustiziar. Dennoch sei es so, dass es den Sportlern einiges abverlangt: "Mit den Meldepflichten, der täglichen Erreichbarkeit und der Ein-Stunden-Regel". Die besagt, dass Sportler gegebenenfalls eine Stunde am Tag auf Abruf für Kontrollen bereit stehen und diese drei Monate im Voraus benennen müssen.

Sportrechtler Michael Lehner sagte, das Urteil sei "sehr hart", das Gericht habe dem "Gedanken des sauberen Sports absoluten Vorrang" eingeräumt. "Sportler haben an Rechten verloren." Das Urteil sei akzeptabel, "wenn man die Gewissheit hätte, dass sich jene, die auf Funktionärsebene das Doping erfunden haben, genauso sauber verhalten würden". Aber: "Es ist eine Stärkung der Nada, des Kontrollsystems und objektiv des Anti-Doping-Systems."

Der Olympische Sportbund gab sich erleichtert. "Die Anti-Doping-Agenturen stehen nun auf juristisch sicherem Boden", sagte die Vorstandsvorsitzende Veronika Rücker. Man wisse, dass der Aufwand für die Athleten sehr groß sei. Wirksame Kontrollen seien aber "nur möglich, wenn sie wirklich unangekündigt" seien.

Quelle: n-tv.de, sgi/dpa

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