Sport

TuS Metzingen unter Schock Handballerinnen entdecken Kameras in Umkleide

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(Foto: imago images/ULMER Pressebildagentur)

Die Handballerinnen des Bundesliga-Klubs TuS Metzingen stehen unter Schock: In ihrer Umkleidekabine finden sie zwei verstecke Kameras. Die Polizei ermittelt, eine Person aus dem näheren Mannschaftsumfeld steht unter Tatverdacht, ist aber auf freiem Fuß. Der Klub spricht von einer "widerlichen Tat".

Die Bundesliga-Handballerinnen der TuS Metzingen haben Anfang der Woche zwei versteckte Kameras in ihrem Umkleideraum entdeckt. Nachdem der Klub die Polizei noch am selben Tag darüber informiert hatte, wurde eine Person aus dem näheren Mannschaftsumfeld ermittelt, die nun unter dringendem Tatverdacht steht. Das teilten die Metzinger mit. Die Zusammenarbeit mit dieser Person sei umgehend beendet worden.

Michael Schaal, Pressesprecher des Reutlinger Polizeipräsidiums, bestätigte dem "Reutlinger General-Anzeiger" den Fall. "Der Verdächtige ist auf freiem Fuß, aber wir ermitteln wegen Paragraf 201a Strafgesetzbuch", sagte er. Bei dem Paragrafen geht es um die Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs und von Persönlichkeitsrechten durch Bildaufnahmen. Verstöße können vor Gericht mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe enden.

"Widerliche Tat"

"Diese widerliche Tat - zudem auch noch durch eine direkte Vertrauensperson - ist einfach nur schockierend und hat uns alle sehr getroffen", sagte Manager Ferenc Rott. Er sei "beeindruckt" vom Zusammenhalt der Spielerinnen und ihrem gemeinsamen Entschluss, dennoch zur Partie gegen die SG BBM Bietigheim anzutreten. Diese hatte der TuS am Mittwoch mit 20:32 (13:20) verloren. "Wir werden uns durch so etwas nicht kleinkriegen lassen - und dass das Team sofort wieder Handball spielen möchte, ist ein sehr starkes Signal", so Rott weiter. "Wir haben in dieser schwierigen Zeit von Polizei, Verband und anderen Mannschaften viel Unterstützung erfahren. Das hilft natürlich, und dafür bedanken wir uns."

Die Spielerinnen selbst meldeten sich auf Instagram mit einem Statement. "Wir lassen uns von nichts und niemanden unterkriegen. Der Frauenhandball steht zusammen und wehrt sich entschlossen gegen all diejenigen, die uns und unseren Sport bedrohen", schrieben sie. "Unser Zusammenhalt ist größer als jede Rivalität, jedes Spiel, jedes Tor!" Die Handball Bundesliga Frauen (HBF) reagierte "schockiert" und sicherte der TuS "volle Unterstützung" zu. "Wir verurteilen diese verwerfliche Handlung auf das Schärfste", hieß es in einer Mitteilung. "Eine solche kriminelle Tat widerspricht allen Werten, die wir als HBF zusammen mit unseren Vereinen vertreten."

Vor einer Woche waren beim Heimspiel der Handball-Luchse Buchholz 08-Rosengarten gegen die SG BBM Bietigheim schon einmal in den Umkleidekabinen sowohl des Heim- als auch des Gästeteams insgesamt drei versteckte Kameras entdeckt worden. Auch in diesem Fall fahndete die Polizei und ermittelt gegen einen Mann aus Buchholz.

Quelle: ntv.de, dbe/dpa

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