Sport

Hawaii-Ironman-Siegerin Haug fordert lebenslange Sperren für Doping

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(Foto: imago images/Belga)

Die Königin der Triathleten, die diesjährige Ironman-Gewinnerin Anne Haug, will, dass Betrüger im Sport für immer gesperrt werden. Sie lobt den "extremen" Umgang Deutschlands hinsichtlich der Dopingstrafen und kann mittlerweile beim Ironman nur noch für sich selbst behaupten, sauber zu sein.

Triathletin Anne Haug hat sich für einen strikten Umgang mit Dopingsündern ausgesprochen. "Wer im Sport absichtlich betrügt, sollte für immer gebannt werden", sagte die diesjährige Siegerin der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Dienstag-Ausgabe).

Aus ihrer Sicht sei es nur in Deutschland so, dass ein Athlet oder eine Athletin so abgestraft werde, während in Italien der einstige Tour-de-France-Sieger Marco Pantani auch nach seinem Tod trotz Dopings immer noch ein Nationalheld sei. "Da sind wir Deutschen sehr extrem. Ich finde das gut", sagte die 36-Jährige aus Bayreuth.

"Ich bin sauber!"

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Haug zusammen mit dem Ironman-Gewinner bei den Männern, Jan Frodeno, im ZDF-Sportstudio Ende Oktober.

(Foto: imago images/Martin Hoffmann)

Sie lege beim Triathlon für keinen die Hand ins Feuer. "Diese Naivität habe ich inzwischen leider verloren, aber ich kann für mich sprechen und mich guten Gewissens an die Startlinie stellen und sagen: Ich bin sauber! Und wenn ich Hawaii gewinnen kann, dann ist es möglich, Hawaii sauber zu gewinnen", betonte Haug.

Durch den Triumph in diesem Jahr habe sich für sie nichts verändert. "Man denkt manchmal, wenn man ein ganz großes Ziel erreicht, dann findet man die völlige Zufriedenheit, dann verändert sich alles, aber im Endeffekt ändert sich gar nichts", erklärte Haug. Das sei auch gut so, denn wenn man auf einmal zufrieden sei, wäre dies das Ende der Karriere. Es sei aber leichter, sich an die Startlinie zu stellen, wenn niemand etwas von einem erwarte. "Leichter, als wenn man als Hawaii-Champion ins Rennen geht und jeder von einem erwartet, dass man gewinnt", sagte Haug.

Die Deutsche vollzog beim Ironman auf Hawaii im Oktober den nächsten Schritt einer atemberaubenden Entwicklung. Schon mit dem deutschen Rekord beim Ironman in Dänemark Mitte August ließ Haug aufhorchen, weitere WM-Siege sind seit Hawaii keine Utopie. Dort lief sie die drittbeste Zeit, die jemals auf der Insel erzielt wurde (8:40:10 Stunden).

Quelle: ntv.de, dbe/dpa

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