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Federers legendärer Abschied Im letzten Match wird der Dauerrivale zum Verbündeten

Roger Federers letzter Wunsch in seiner herausragenden Karriere geht in Erfüllung: Er spielt sein letztes Match mit Rafael Nadal. Die beiden Rivalen sind ohnehin abseits des Platzes miteinander befreundet. Nun dürfen sie ihre Harmonie auch auf dem Spielfeld beweisen.

Roger Federer schäkerte mit Novak Djokovic, er herzte Andy Murray, quatschte mit Björn Borg und John McEnroe. Die Größten der Tennis-Welt posierten für ein Foto vor der Tower Bridge, die Bühne ist bereitet für Federers letzten Auftritt - und den wird er in London ausgerechnet an der Seite seines Dauerrivalen absolvieren: Gemeinsam mit Rafael Nadal tritt Federer beim Laver Cup im Doppel an.

Am Freitagabend geht damit ein Wunsch des Schweizers in Erfüllung. "Es wäre etwas ganz Besonderes", sagte er zuletzt bereits bei Eurosport, "wenn zwei Rivalen am Ende zusammenkommen und noch ein letztes Match auf derselben Seite bestreiten".

Gleich nach dem Laver Cup (23. bis 25. September/Eurosport) wird Federer in Rente gehen. Der Prozess, das Ende seiner großen Karriere zu verkünden, habe ihn emotional sehr mitgenommen. "In den letzten zwei, drei Wochen hatte ich einen Knoten im Magen", sagt Federer, auch "ein oder zwei Tränen" seien geflossen: "Aber jetzt fühle ich mich gut."

"Werde versuchen, wettbewerbsfähig zu sein"

Noch ein letztes Mal kann Federer sich dem widmen, was er am liebsten mag: Tennis. "Ich habe sehr lange nicht mehr gespielt. Ich werde versuchen, wettbewerbsfähig zu sein", sagt der 41-Jährige, dessen Körper nach all den Titeln, Triumphen und Strapazen nicht mehr will: "Aber immerhin kann ich auf einem Niveau spielen, das ich völlig akzeptabel finde." Für ein Einzel wird es bei Federer nicht reichen, aber eben für ein Doppel bei diesem Kontinental-Wettstreit zwischen Team Europa und Team Welt.

Eine "Last" sei von ihm abgefallen, sagte Federer in London. An seinem Abschiedsbrief habe er zwei Wochen gearbeitet. Nun, da der unvermeidliche Zeitpunkt gekommen ist, will er alles noch einmal genießen. Den Auftritt als Teil der "Big Four" im Team Europa mit Nadal, Djokovic und Murray, dazu die Legende Borg als Trainer. Die Liebe der Fans. Und das alles in der Stadt, in der er achtmal in Wimbledon gewann. "London trage ich im Herzen", sagt Federer.

"Es ist Privatsache"

Ebenfalls in London spielte Federer zuletzt vor mehr als einem Jahr auf der Tour, in Wimbledon 2021, und musste danach zum dritten Mal am rechten Knie operiert werden. "Die letzten drei Jahre waren, gelinde gesagt, hart", sagt der Maestro, der über die Schwere seiner Verletzung keine Angaben machen will: "Ich finde, es ist Privatsache. Und ganz ehrlich - ich weiß es auch nicht genau und will es manchmal nicht genau wissen."

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Im normalen Leben bereitet ihm das Knie jedenfalls keinen Kummer, und das Leben mit Frau Mirka und den vier Kindern will Federer nach der Karriere nun in vollen Zügen genießen. "Irgendwo" seien die Kinder auch traurig, "dass ich aufhören werde. Aber sie haben immer den Wunsch geäußert: 'Hör mal auf mit Tennis, wir wollen Ski fahren'", sagte Federer: "Ich habe es allen vier gleichzeitig gesagt und drei von vier haben geweint."

Tränen werden jetzt wohl auch wieder in London fließen, denn: Einer der ganz Großen nimmt Abschied.

Quelle: ntv.de, ara/sid

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