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"Spreche sowieso nicht mit ihm"Im niederländischen Davis-Cup-Team fliegen heftig die Fetzen

14.02.2026, 09:11 Uhr
2026-02-13-21-20-30-ROTTERDAM-Tallon-Griekspoor-im-Spiel-gegen-Felix-Auger-Aliassime-waehrend-des-Viertelfinals-am-fuenften-Tag-des-ABN-AMRO-Tennisturniers-in-Ahoy-Rotterdam
Tallon Griekspoor ist unzufrieden. (Foto: picture alliance / ANP)

Das niederländische Davis-Cup-Team erlebt eine schlimme Niederlage. Begleitet wird die Pleite in Indien von lauten Misstönen.

Es brodelt heftig im niederländischen Davis-Cup-Team: "Ich spreche sowieso nicht mit Tallon", sagte Jesper de Jong am Rande des ATP 500er-Turniers im heimischen Rotterdam. "Wenn man so mit seinen Mitspielern umgeht, dann muss ich ihm keinen Kuss geben."Tallon", das ist Tallon Griekspoor, sein Landsmann. Der hatte zuvor heftige Kritik am niederländischen Tennisverband geübt, dem KNLTB amateurhaftes Verhalten vorgeworfen. Das Aufgebot, das die Niederlande zum Davis-Cup-Duell nach Indien entsandte, nannte der Weltranglisten-27. ein "schwaches Team".

Auch das Timing für Griekspoors vergiftete Grüße empfand de Jong, der sein Team in Indien als Spitzenspieler anführte, als provokant: "Wenn wir bei der Eröffnungsfeier sitzen und uns so ein Artikel unter die Nase gehalten wird, ist das absolut nicht schön." Griekspoor selbst hatte die Reise nach Bengaluru nicht angetreten - und wurde so nicht Teil einer üblen Blamage. Der Trip nach Indien hallt nach. "Fehler werden überall gemacht, aber ich finde, man sollte sein Land nicht schlechtmachen", sagte de Jong. Und kassierte dafür eine harte Retourkutsche.

"Ziemlich großspurig"

2:3 hatte das niederländische Team, 2024 immerhin noch Finalist in dem traditionsreichen Mannschaftswettbewerb, gegen den krassen Außenseiter verloren. Anstatt ums Finalturnier kämpfen zu können, müssen die Niederlande um den Verbleib in der Weltgruppe fürchten. De Jong hatte völlig überraschend sein Auftaktmatch gegen den indischen Nobody Dhakschineswar Suresh verloren.

Und Griekspoor bohrte genüsslich in der Wunde: "Er sagt, ich würde das Land schlechtmachen. Das finde ich ziemlich großspurig für jemanden, der gegen die Nummer 500 der Welt verliert." Suresh, der zum Zeitpunkt des Duells gegen de Jong tatsächlich auf Platz 459 der Weltrangliste stand, holte schließlich auch gegen Guy den Ouden den entscheidenden dritten Punkt. Die Bilder von Sureshs getapeten Schuhen gingen danach um die Welt. Für Indien, zuvor nur Nummer 33 im Nationenranking, war der Sieg über die Niederlande der größte Erfolg seit 15 Jahren.

"Dann bist du an der falschen Adresse"

"Wir haben immer wieder auf Dinge hingewiesen, die uns nicht gefallen haben, und der Verband sagt: 'Wir sind einverstanden', aber eine Woche später machen sie genau das Gegenteil, es ist vorbei. Sie hören nicht auf die besten Spieler. Es gibt keinen Plan, keine Kommunikation seitens des Verbandes", hatte Griekspoor zuvor gegenüber dem Portal NU.nl kritisiert. "Welche Rolle habe ich noch in der niederländischen Auswahl? Ich sage nicht, dass ich nie wieder für mein Land spielen werde. Ich träume immer noch davon, eines Tages den Davis-Cup zu gewinnen. Aber es muss wirklich professioneller und besser werden. Unter diesen Umständen werde ich nicht zurückkehren."

Das wollte de Jong nicht so stehen lassen: In einem Verband gebe es sicher immer etwas zu verbessern, "aber wenn man 2024 Zweiter im Davis-Cup wird - ich kann mich irren -, dann sind auch einige Dinge gut gelaufen." Vor zwei Jahren hatten Griekspoor und die niederländische Nummer 2 Botic van de Zandschulp ihr Team ins Endspiel geführt.

Eine Entspannung zwischen den beiden Top100-Spielern ist vorerst nicht zu erwarten: "Wenn du es nicht wagst, mir in die Augen zu schauen und mich zu grüßen, dann bist du bei mir an der falschen Adresse. Ich werde keine Zeit und Energie für Menschen verschwenden, die mir nichts bringen, also auch nicht für ihn", ließ Griekspoor über die Medien an seinen Landsmann de Jong ausrichten. Eine Rückkehr ins Davis-Cup-Team knüpfte Griekspoor an "das Aus einiger Leute". Die Niederlande spielen im September gegen Kolumbien um den Verbleib in der Weltgruppe 1. Auf die Besetzung darf man gespannt sein.

Quelle: ntv.de, ter

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