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(Foto: picture alliance/dpa)
Samstag, 15. September 2018

"Diese Reiterin ist unfassbar": Isabell Werth vergoldet Weltreiterspiele

Nächte Goldmedaille für Deutschland: Dressurreiterin Isabell Werth feiert bei den Weltreiterspielen im Einzel ihren insgesamt neunten WM-Titel. Ein junger Herausforderer ärgert sich über Platz vier. Ein totes Pferd überschattet den Wettkampf-Tag.

Isabell Werth hat bei den Weltreiterspielen in den USA ihre zweite Goldmedaille gewonnen. Die 49-jährige Dressurreiterin aus Rheinberg siegte mit der Stute Bella Rose im Grand Prix Special vor der US-Amerikanerin Laura Graves mit Verdades. Am Vortag hatte Werth bereits Gold mit der deutschen Mannschaft gefeiert. Sönke Rothenberger wurde im Einzelwettbewerb Vierter. Der 23 Jahre alte Student aus Bad Homburg verpasste mit Cosmo seine erste WM-Einzelmedaille.

Mit ihrem insgesamt neunten WM-Titel untermauerte Werth ihren Status als mit Abstand erfolgreichste Reiterin der Welt. Obwohl sie in der Vergangenheit schon mit Gigolo, Satchmo und Weihegold Olympia- und WM-Siege gefeiert hat, bezeichnet sie Bella Rose als "Traumpferd". Sie hat "alles drauf", schwärmte Werth von ihrer Stute. "So etwas kann nur Isabell. Diese Reiterin ist unfassbar. Sie hat das heute zelebriert", sagte Bundestrainerin Monica Theodorescu.

Rothenberger haderte nach seinem vierten Rang. "Es haben sich zu viele Fehler eingeschlichen. Leider war die Luft raus. Schade, dass das bei der WM passiert ist", sagte er. Eine Chance, es besser zu machen, hat Rothenberger am Sonntag, wenn in der Kür weitere Einzelmedaillen vergeben werden.

Für das drittbeste deutsche Ergebnis sorgte Dorothee Schneider. Die 49-Jährige aus Framersheim zeigt mit Sammy Davis Jr. einen guten Special und kam auf Rang elf. "Es hat sich besser angefühlt als im Grand Prix", kommentierte Schneider und jubelte: "Wir dürfen tanzen - Juchu!" Gemeint ist, dass Schneider mit ihrem Wallach in der Kür am Sonntag antreten darf.

Pferd muss eingeschläfert werden

Eine Medaille ist auch in der Vielseitigkeit möglich. Das deutsche Team führt bei der Weltmeisterschaft vor dem Geländeritt an diesem Samstag. Das Quartett um Europameisterin Ingrid Klimke aus Münster mit Hale Bob zeigte starke Leistungen in der Dressur und liegt vor Großbritannien auf Platz eins. Die stärkste Dressurleistung bot Julia Krajewski aus Warendorf mit Chipmunk. Zum deutschen Quartett gehören außerdem Kai Rüder aus Blieschendorf mit Colani Sunrise und Andreas Dibowski (Döhle) mit Corrida. Die Entscheidung fällt nach dem Geländeritt am Samstag im Springen am Sonntag.

Überschattet wurde der dritte Wettkampf-Tag der WM durch ein totes Pferd. Das Tier sei eingeschläfert worden, teilte der Weltverband FEI mit. Grund dafür seien Nierenprobleme bei dem Distanzpferd gewesen. Den Namen und die Nationalität des Pferdes wollte die FEI zunächst nicht nennen.

Das Distanzrennen am Mittwoch wurde erst unterbrochen und später ganz abgebrochen. Grund sei die "gefährliche Kombination aus Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit", sagte FEI-Präsident Ingmar de Vos. Die Entscheidung sei zum Wohle der Pferde getroffen worden.

Quelle: n-tv.de