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Azurri verlieren mit 2:4 beim Confed-Cup Italien liefert Brasilien großen Kampf

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Auch Mario Balotelli konnte die Niederlage nicht verhindern.

(Foto: AP)

Verloren und doch gewonnen: Trotz der 2:4-Niederlage gegen Brasilien tankt Italien beim Confed Cup Selbstvertrauen. Trainer, "Tifosi" und Medien gratulieren den "Azzurri" und wollen nun Revanche gegen Spanien.

Selten hat eine Niederlage ihrer Squadra Azzurra die Italiener so begeistert: "Die Azzurri verlieren erhobenen Hauptes - Italien jagt Brasilien einen Schrecken ein", titelte die "Gazzetta dello Sport" nach der 2:4-Niederlage im Confederations Cup gegen die Gastgeber. "Was für eine Show - Italien ist dabei", kommentierte der "Corriere dello Sport" das Torefestival der beiden Top-Teams.

Nach der 0:3-Pleite gegen Brasilien beim Confed Cup 2009 in Südafrika konnten die "Azzurri" diesmal mit ihrem Auftritt zufrieden sein, müssen sich im Halbfinale gegen Spanien aber weiter steigern. "Wir haben wie ein große Mannschaft reagiert", sagte Nationaltrainer Cesare Prandelli. Bayern Münchens Abwehrstar Dante hatte die Brasilianer im Fonte-Nova-Stadion kurz vor der Pause in Führung gebracht. Nach Emanuele Giaccherinis (51.) Ausgleich trafen Stürmerstar Neymar (55.) und zweimal Fred (66./89.) für die Brasilianer. Zwischenzeitlich hatte Giorgio Chiellini in der 71. Minute auf 2:3 verkürzt.

"Das war eine gute zweite Halbzeit, in der wir den Ausgleich zum 3:3 verdient hatten. Ich bin mit dem Charakter, den meine Mannschaft gezeigt hat, sehr zufrieden", meinte Prandelli. Christian Maggio wäre beinahe das 3:3 gelungen, sein Kopfball krachte allerdings an die Querlatte. Vor allem auch angesichts des enorm kräftezehrenden 4:3-Siegs zuvor gegen Japan war Prandelli zufrieden. Die Schwächen seines Teams sprach er dennoch an: "In der ersten Halbzeit waren wir einfach zu ängstlich", monierte Prandelli.

"Italien ohne Abwehr"

Auch die miserable Bilanz von acht Gegentoren in den drei Confed Cup-Spielen muss den Coach beunruhigen. "Italien spielt ohne Abwehr", kritisierte "Tuttosport". Abwehrchef Giorgio Chiellini sieht die Verantwortung für die vielen Gegentreffer nicht allein in der Defensive: "Wir müssen alle aufmerksamer sein", mahnte der Juve-Star.

Im Halbfinale gegen Spanien, eine Neuauflage des EM-Endspiels von 2012, muss Italien hinten sicherer stehen, um eine Chance auf den Finaleinzug zu haben. Italiens Stürmerstar Mario Balotelli, der gegen Brasilien grandios mit der Hacke für Giaccherini zum 1:1 auflegte, kann das Duell mit den Spaniern gar nicht mehr erwarten: "Seit einem Jahr warte ich auf Spanien", schrieb der Milan-Star auf Facebook und kündigte "Rache" für die 0:4-Finalniederlage von Kiew an.

Leicht wird dies für die Azzurri nicht, zumal das Lazarett immer größer wird: Abwehrspieler Iganzio Abate fällt mit einer verrenkten Schulter definitiv aus. Die Mittelfeldstars Riccardo Montolivo (Gehirnerschütterung) und Andrea Pirlo (Wadenzerrung) stehen auf der Kippe. Prandelli bleibt dennoch unbeeindruckt: "Spanien ist die stärkste Mannschaft der Welt. Aber wir wollen ihr Paroli bieten", kündigte der Coach in Salvador da Bahia an.

Quelle: ntv.de, dpa