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Neuer Bundesliga-Spitzenreiter Kiel scheitert an Flensburgs Monster-Serie

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Voller Einsatz.

(Foto: dpa)

Der Kader ist dezimiert, das Derby aber hat seinen besonderen Reiz - besonders wenn es um die Tabellenführung in der Handball-Bundesliga geht. Und so bäumt sich die SG Flensburg-Handewitt nach wochenlanger Pause und zieht am THW Kiel vorbei.

Die SG Flensburg-Handewitt hat im prestigeträchtigen Nordderby gegen den THW Kiel ein dickes Ausrufezeichen im Rennen um die Meisterschaft gesetzt und die Tabellenführung der Handball-Bundesliga zurückerobert. Die Mannschaft von Trainer Maik Machulla setzte sich gegen den Rekordmeister in einer intensiven Partie mit 31:28 (17:15) durch. Mit 34:4 Zählern ist Flensburg neuer Spitzenreiter und verwies den Rivalen aus Kiel auf Rang zwei (33:5 Punkte). In der 104. Auflage des Klassikers war Hampus Wanne mit zehn Treffern bester Werfer bei den Flensburgern, die mit dem Sieg ihre imposante Serie auf 47 Heimspiele ohne Niederlage ausbauten. Für Kiel war Sander Sagosen mit neun Toren erfolgreichster Schütze.

"Ich bin wahnsinnig stolz, das hilft uns für die kommenden Aufgaben", sagte Machulla nach der Partie bei Sky: "Es ist gerade Halbzeit, das wird noch eine lange und knackige Saison." Für THW-Coach Filip Jicha war es hingegen "ein gebrauchter Tag". Seine Mannschaft habe nicht zu ihrem Spiel gefunden: "Wir waren zu fokussiert darauf, was Flensburg macht."

Im Vorfeld hatten Diskussionen um die Auswirkungen der Pandemie den Handball-Gipfel überschattet. Jicha hatte mit Aussagen zum eng getakteten Spielplan für Wirbel gesorgt, außerdem musste der THW auf Welthandballer Niklas Landin (Quarantäne) im Tor verzichten.

Wanne glänzt besonders vor der Pause

Bei Flensburg fehlten gleich mehrere Akteure aufgrund von Verletzungen und Quarantäne-Anordnungen, pandemiebedingt hatte die Mannschaft seit dem 7. März kein Pflichtspiel mehr bestritten. "Wir machen das Beste draus, geben Vollgas und schauen, ob die Kräfte reichen", hatte Machulla über seinen dünn besetzten Kader vor der Partie gesagt.

Beide Mannschaften begannen mit viel Tempo, die Anfangsphase war jedoch von einigen technischen Fehlern und Ballverlusten geprägt. Kiel kam immer besser ins Spiel, baute die Führung zwischenzeitig auf bis zu drei Tore aus. Doch Flensburg drehte auch dank Linksaußen Wanne, der in der ersten Hälfte sieben Treffer verzeichnete, das Spiel.

Die Torhüter spielten in einer engen Partie zunächst keine entscheidende Rolle. Für Dario Quenstedt, der bis zu seiner Auswechslung (21.) keine Parade verzeichnete, kam Mattias Andersson, der eigentlich als Torwarttrainer bei Kiel fungiert und in Abwesenheit von Landin derzeit als Ersatz einspringt. Dem Ex-Flensburger, der am Montag seinen 43. Geburtstag feiert, gelang gleich nach seiner Einwechslung die erste Parade (22.).

Auch nach der Pause spielte die SG mutig weiter, Nationalspieler Johannes Golla bescherte mit seinem vierten Treffer (40.) den Gastgebern erstmals eine Vier-Tore-Führung. Andersson und Domagoj Duvnjak hielten Kiel zwar im Spiel, die Flensburger ließen sich jedoch nicht mehr beirren.

Quelle: ntv.de, tsi/sid

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