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Punktgleich nach 38 Spieltagen Kiel zittert sich zum 22. Meistertitel

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Trainer Filip Jicha musste bis zur letzten Sekunde bangen.

(Foto: dpa)

Die SG Flensburg-Handewitt erledigt am letzten Spieltag der Handball-Bundesliga mit einem Sieg ihre Pflicht - und verpasst am Ende hauchdünn die deutsche Meisterschaft. Der THW Kiel dagegen gewinnt nicht, verliert aber auch nicht. Und jubelt deshalb über den 22. Titel.

Dem Druck standgehalten und die Nerven behalten: Rekordmeister THW Kiel hat im packenden Fernduell mit dem Erzrivalen SG Flensburg-Handewitt beim Bundesliga-Finale seinen 22. Titel eingefahren. Bei den Rhein-Neckar Löwen erkämpfte sich der Titelverteidiger ein 25:25 (13:12) und die Arena in Mannheim wurde für die THW-Profis nach dem Abpfiff und einer dramatischen Schlussphase zum Tanzpalast.

Damit starben alle Flensburger Hoffnungen, den Tabellenführer, der mit einem Punkt mehr ins Liga-Finale ging, noch abzufangen. Der sicher eingeplante Heimsieg gegen die HBW Balingen-Weilstetten (38:26) war letztlich unerheblich. Bei Punktgleichheit entschied der Vorteil im direkten Vergleich für den THW, der das Hinspiel mit 29:21 gewonnen hatte und sich so trotz des 28:31 im Rückspiel nun durchsetzte.

Kiel lag am letzten Spieltag von Beginn der zweiten Halbzeit zumeist knapp vorn, konnte sich aber lange nicht entscheidend absetzen. Das lag in erster Linie am Löwen-Torhüter Andreas Palicka, der von den Gästen immer schwerer zu überwinden war. THW-Trainer Filip Jicha war sichtlich genervt davon, dass seine Schützlinge immer wieder überhastet warfen - und scheiterten.

Nie einen Zweifel am Ausgang der Begegnung gab es in der Flens-Arena. Vor 2000 Fans, unter ihnen auch Robert Habeck, Co-Vorsitzende der Grünen, agierten die Hausherren von der ersten Minute an konzentriert, bei einem Halbzeitstand von 24:12 war die Partie praktisch schon entschieden. Und ein Großteil des Publikums verfolgte interessierter, was sich in Mannheim tat.

Die Liga gerät an ihre Grenzen

Abschied von den Mannheimern nahm mit der Partie gegen Kiel Trainer Martin Schwalb. Der Ex-Nationalspieler kehrt als Sportdirektor zum Bundesliga-Aufsteiger HSV Hamburg zurück, mit dem er als Coach 2013 die Champions League gewonnen hatte.

Im vergangenen Jahr war die Bundesliga-Saison wegen der Coronavirus-Pandemie vorzeitig abgebrochen worden, man erklärte den THW über die Quotientenregelung zum Meister. Dieses Szenario drohte zeitweise auch in dieser Spielzeit.

41 Partien mussten pandemiebedingt verlegt werden, eine logistische Herausforderung. "Wir sind wirtschaftlich und organisatorisch an unsere Grenzen gestoßen. Aber es war wichtig, dass die Entscheidungen auf dem Spielfeld und nicht am grünen Tisch fallen", sagte Bundesliga-Geschäftsführer Frank Bohmann. Das gebe "ein gutes Gefühl für die neue Saison."

Bereits am Mittag war Coach Florian Kehrmann als "Trainer der Saison" ausgezeichnet worden. Der Weltmeister von 2007 hatte Ex-Meister TBV Lemgo zum ersten Gewinn des DHB-Pokals seit 19 Jahren geführt. Die Ostwestfalen schalteten dabei beim Final Four in Hamburg im Halbfinale den THW Kiel aus.

Quelle: ntv.de, tsi/dpa

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