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"Monsterstimmung", Becker jubelt Kohlschreiber bringt Davis-Cup-Team weiter

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"Wir sind ein großartiges Team": Philipp Kohlschreiber.

(Foto: REUTERS)

Das deutsche Davis-Cup-Team steht beim erstmals ausgetragenen Finalturnier in Madrid im Viertelfinale. Der Sieg von Philipp Kohlschreiber reicht bereits für die K.-o.-Runde. Als Grund für den Erfolg nennt der Routinier den Zusammenhalt im Team. Boris Becker gefällt das. Nun geht's gegen die Briten oder Kasachen.

Philipp Kohlschreiber verwandelte den ersten Matchball fürs Viertelfinale souverän, in der Box jubelte Boris Becker: Das deutsche Davis-Cup-Team ist beim neuen Finalturnier in Madrid in die K.-o.-Phase eingezogen. Der 36 Jahre alte Kohlschreiber bescherte der Auswahl des Deutschen Tennis Bundes durch sein 6:4 und 6:3 gegen Nicolas Jarry aus Chile den Punkt für den Einzug in die K.-o.-Runde. Daran änderte auch die Niederlage von Jan-Lennard Struff nichts. Er musste sich gegen Cristian Garin trotz dreier Matchbälle mit 7:6 (7:3), 6:7 (7:9) und 6:7 (8:10) geschlagen geben. Das Doppel der French-Open-Sieger Kevin Krawietz und Andreas Mies gegen Garin und Jarry brachte die Entscheidung über den Sieg, der für die Viertelfinal-Qualifikation aber nicht mehr von Bedeutung war.

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Durchaus angetan: Boris Becker.

(Foto: imago images/PanoramiC)

"Wir sind ein großartiges Team und sind sehr glücklich, im Viertelfinale zu stehen", sagte Kohlschreiber: "Wir wussten, dass wir einen Punkt brauchen. Es war wichtig, den bereits im ersten Match zu holen." Am Mittwoch hatte sich die Mannschaft von Kapitän Michael Kohlmann durch ein überraschendes 3:0 gegen Argentinien die gute Ausgangslage gesichert. Im vergangenen Jahr waren die Deutschen im Viertelfinale nach dem alten Modus an den Spaniern in der Stierkampfarena von Valencia gescheitert. Nun geht es als Sieger der Gruppe C am Freitag (nicht vor 18 Uhr bei Dazn) gegen Großbritannien mit Superstar Andy Murray oder Kasachstan um den ersten Halbfinaleinzug seit 2007. Nach dem Grund für die starken Auftritte gefragt, sagte Kohlschreiber: "Wir haben eine Monsterstimmung und ein tolles Team über die Jahre."

Niemand vermisst Alexander Zverev

Das Fehlen von Spitzenspieler Alexander Zverev, der seine Teilnahme an diesem neuen Finalturnier kategorisch ausgeschlossen hatte, fiel in Madrid bislang nicht ins Gewicht. Nur wenige Hundert Zuschauer hatten sich am spärlich besetzten Court 2 eingefunden, ein Großteil davon chilenische Anhänger. Stimmung kam nur selten auf - kein Vergleich zu den argentinischen Fans, die mit Trommeln und Gesängen für alte Davis-Cup-Atmosphäre gesorgt hatten. Im Viertelfinale droht noch ein tristeres Bild: Wie Deutschland hatten auch Großbritannien und Kasachstan bislang keine große Fanunterstützung.

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Tiebreak-Krimi: Jan-Lennard Struff.

(Foto: REUTERS)

Und parallel am Freitagabend spielt Gastgeber Spanien mit Superstar Rafael Nadal im Hauptstadion um den Halbfinaleinzug. Kohlschreiber stören die vielen leeren Plätze aber nicht. "Wir spielen immer noch für unser Land", sagte er: "Da macht es keinen großen Unterschied, ob du vor 100 oder 10.000 Fans spielst." Gegen Jarry spielte er ein "nahezu perfektes" Match, wie er sagte. Er ließ keinen einzigen Breakball zu, nahm dem Chilenen zweimal den Aufschlag ab und beendete schon nach 68 Minuten die Partie mit seinem ersten Matchball.

Deutlich mehr Gegenwehr hatte Struff im Tiebreak-Krimi gegen Garin. Im zweiten Satz ließ er bereits einen Matchball ungenutzt, im Entscheidungssatz war Struff zwei weitere Male nur einen Punkt vom Sieg entfernt. Nach 2:41 Stunden musste er sich dann geschlagen geben.

Quelle: ntv.de, Tobias Schwyter, sid