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Ein Tennis-Tag zum Vergessen Kohlschreiber verbessert Pleiten-Bilanz

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Fühlt sich auf den Sandplätzen in München sehr wohl: Philipp Kohlschreiber.

(Foto: imago images / ActionPictures)

Der Start der deutschen Spieler in das Tennisturnier von München misslingt großteils. Nachdem gleich fünf Lokalmatadore mit teilweise überraschend deutlichen Niederlagen ausscheiden, erreichen immerhin Rekordsieger Philipp Kohlschreiber und Rudi Molleker das Achtelfinale.

Philipp Kohlschreiber hat beim ATP-Turnier in München einen ermutigenden Auftaktsieg gefeiert und am ansonsten verpatzten deutschen Tag die Gastgeber-Bilanz etwas aufpoliert. Der Tennis-Routinier setzte sich in seinem Erstrundenmatch mit 6:2, 7:5 gegen Andreas Seppi aus Südtirol durch. "Ich bin gut gestartet, ich fühle mich gut. Es war wunderschön zu spielen", sagte der 35-Jährige. Er trifft nun im Achtelfinale auf den an Nummer zwei gesetzten Karen Chatschanow. Der Russe hatte wie Topfavorit Alexander Zverev zunächst ein Freilos.

Der Weltranglisten-Dritte steigt am Mittwoch (13.30 Uhr) gegen den Argentinier Juan Ignacio Londero in das Sandplatzturnier ein. Auf den Vorjahresfinalisten Zverev und Kohlschreiber ruhten bereits vor Turnierbeginn die deutschen Hoffnungen. Neben Kohlschreiber gewann nur Rudi Molleker sein erstes Match: Der 18-jährige Berliner schlug Marius Copil aus Rumänien mit 7:6 (7:5), 4:6, 6:4.

Ansonsten erwischten die vier Deutschen einen Tag zum Vergessen: Davis-Cup-Profi Jan-Lennard Struff aus Warstein verlor in nur 51 Minuten mit 1:6, 1:6 gegen den Qualifikanten Thiago Monteiro aus Brasilien. Alexander Zverevs Bruder Mischa unterlag nach 53 Minuten gegen Guido Pella - den argentinischen Finalisten von 2017 - mit 2:6 und 1:6. "Schade, dass die anderen verloren haben", resümierte Kohlschreiber. Yannick Maden aus Stuttgart zog gegen den Chilenen Cristian Garin mit 4:6, 2:6 den Kürzeren. Vorjahres-Halbfinalist Maximilian Marterer aus Nürnberg verlor gegen Londero mit 2:6, 6:4, 2:6 und verpasste das Duell mit Zverev.

"Ich bin einfach alt"

Als dreimaliger Sieger der BMW Open und insgesamt sechsmaliger Finalist feierte Kohlschreiber einen Auftakt nach Maß. Der Augsburger blieb in den entscheidenden Momenten gegen Seppi konzentriert und jubelte nach 80 Minuten Spielzeit. "Es war ein gut umkämpfter zweiter Satz, wo man noch eine Schippe drauflegen musste", sagte er danach. Der Davis-Cup-Spieler hatte zuletzt seinen Start beim Turnier von Barcelona wegen einer Hüftverletzung absagen müssen.

Nun wirkte Kohlschreiber von der Blessur aber nicht mehr beeinträchtigt und hatte nach eigener Auskunft keine Schmerzen. "Alles gut", sagte er knapp und meinte: "Ich bin einfach alt, da merkt man immer was." Auf die Nachfrage, ob eine Spritze gegen möglich Schmerzen eine Option sei, scherzte er: "Es gibt viele Optionen: OP, erschießen, keine Ahnung, einschläfern. Ich denke da nicht dran."

Quelle: n-tv.de, Manuel Schwarz, dpa