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Nach Aus für Nike Oregon Project "Koko" spricht - und schweigt dennoch

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Wie, wo und unter welchem Trainer sich Konstanze Klosterhalfen auf Olympia 2020 vorbereitet, ist nach dem Aus des Oregon Projects offen.

(Foto: imago images/ZUMA Press)

Konstanze Klosterhalfen meldet sich kurz nach dem Aus ihrer Trainingsgruppe zu Wort. Dass Nike das Oregon Project beendet, könne sie verstehen. Auf die Doping-Sperre Alberto Salazars geht die 22-jährige Ausnahmeläuferin dabei vorerst nicht ein. Sie plant trotz der Ungewissheit, ihrem Sponsor treu zu bleiben.

Konstanze Klosterhalfen hat sich wenige Stunden nach dem Aus für ihre Trainingsgruppe zu Wort gemeldet. Das Oregon Project (NOP), dem die deutsche Leichtathletin seit Herbst 2018 angehörte, wird von Betreiber Nike dichtgemacht. Auslöser ist die Sperre für NOP-Cheftrainer und Gründungsvater Alberto Salazar, der am 1. Oktober wegen Verstößen gegen die Anti-Doping-Regeln vier Jahre aus dem Verkehr gezogen wurde. Klosterhalfen, die bei der WM in Doha sensationell Bronze über 5000 Meter gewonnen hatte, muss nun ihre Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio neu organisieren.

"Ich werde mich mit meinem Team besprechen und dann auch entsprechend Gespräche mit Nike und dem DLV aufnehmen, um für mich und meine sportliche Entwicklung und Zukunft die bestmögliche Entscheidung zu treffen", erklärte die 22-Jährige in einer Stellungnahme. Zuvor hatte DLV-Generaldirektor Idriss Gonschinska gesagt: "Wir werden wie bereits bei der WM in Doha von mir angekündigt, intensive Gespräche mit Konstanze Klosterhalfen und ihrem Management suchen, um die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele im kommenden Jahr in Tokio optimal abzusichern."

Zwar beziehen sich die Vorwürfe gegen Salazar vorrangig auf einen Zeitraum zwischen 2010 und 2014, doch auch die Leistungen der NOP-Athletinnen und -Athleten in Doha wurden kritisch beäugt. Die sieben Sportler gewannen dort fünf Medaillen, darunter dreimal Gold. Die Niederländerin Sifan Hassan wurde dabei zur ersten Frau, die bei einer WM über 1500 Meter und über 10.000 Meter triumphierte.

Scharfe Kritik an Klosterhalfen und Nike

Doping-Experte Fritz Sörgel kritisierte die Entscheidung des Sportartikelherstellers scharf: "Das ist eine ganz klare PR-Geschichte", sagte er der Funke Mediengruppe. Klosterhalfen habe den "Moment verpasst", sich von Salazar und seinem "System" zu distanzieren.

Klosterhalfen zeigte Verständnis für die Entscheidung von Nike. "Es ist ein erster wichtiger Schritt, vor allem die aktuellen Athleten und deren Leistungen zu schützen, denn deren und meine sportliche Leistung ist seit der letzten Woche leider aufgrund der Umstände in den Hintergrund geraten", sagte die 22-Jährige, die vorab informiert wurde.

Klosterhalfen betonte, sie könne die Schließung "komplett nachvollziehen", auch wenn sie über das Team, die anderen Mitglieder und Trainer Pete Julian "nur Positives berichten" könne und sich daher "komplett von allen Verdachtsmomenten frei machen" könne. Auch in Zukunft setzt die Ausnahmeläuferin aus Leverkusen offenbar auf ihren Ausrüster aus den USA. "Nike hat mich in den vergangenen Jahren immer unterstützt und meinen Weg stets mitbegleitet, so wie es auch in Zukunft der Fall sein wird", erklärte Klosterhalfen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sie in Oregon bleibt und die Zusammenarbeit mit ihrem Trainer Julian fortsetzt.

Quelle: ntv.de, tsi/sid